Sri Lanka: Caritas hilft Vertriebenen
Rund 14.000 Menschen wurden verletzt, mehr als 100.000 sind auf der Flucht vor der Gewalt.
Im Kriegsgebiet herrscht ein "humanitärer Notstand", wie die srilankische Regierung einräumt. Gefährdet sind nach Angaben der Caritas Sri Lanka besonders Zivilisten, die nicht aus dem Kriegsgebiet flüchten können. Der Schwerpunkt der Kämpfe liegt inzwischen im Distrikt Vanni. Hier sind auf einer Halbinsel mit einer Fläche von kaum mehr als etwa 12 km² noch immer bis zu 20.000 Zivilisten eingeschlossen, die von den Rebellen als menschliche Schutzschilde missbraucht werden.
Selbst die als "sichere Zonen" ausgewiesenen Gebiete, so Sri Lankas Caritas-Direktor Damian Fernando, sind ständigem Beschuss ausgesetzt: "Wir rufen Regierung und Rebellen auf, die Zivilisten zu schützen und Hilfsorganisationen den Zugang zu ihnen zu ermöglichen. Die Opfer des Krieges sind dringend auf Wasser, Lebensmittel und medizinische Hilfe angewiesen." Die lokale Caritas der Diözesen Jaffna und Vanni versucht, den Vertriebenen in den Kirchen und Gemeindehäusern Schutz zu gewähren und sie mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe zu versorgen.
Online-Spenden
Zivilbevölkerung in Kirche beschossen
Kürzlich wurde bei den Gefechten auf der umkämpften Halbinsel auch die St. Anthony's Church getroffen. In der Kirche, die direkt im Kampfgebiet liegt, hatten zahlreiche Vertriebene Schutz gesucht. 14 von ihnen haben in der Kirche ihr Leben verloren, zahllose Menschen wurden verwundet. Zu ihnen gehört auch der Direktor der Caritas Vanni Pfarrer T.R. Vasanthaseelan. Er trug so schwere Verletzungen davon, dass sein linkes Bein amputiert werden musste. Die Caritas hatte in der Kirche St. Anthony's humanitäre Hilfe für die Betroffenen geleistet. Ein weiterer Caritasmitarbeiter wurde ebenfalls gestern bei einem ähnlichen Angriff verletzt.
„Die Caritas ruft alle beteiligten Seiten auf, den Bürgerkrieg umgehend zu beenden. Zumindest müssen Regierung und Rebellen aber Zivilisten schützen und den Hilfsorganisationen den Zugang in das Kriegsgebiet ermöglichen“, betont Christoph Petrik-Schweifer, der Auslandshilfechef der Caritas Österreich. Die lokale Caritas der Diözesen Jaffna und Vanni gewährt den Vertriebenen in Kirchen und Gemeindehäusern Schutz und verteilt in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm der UNO Wasser, Lebensmittel sowie Medikamente an die Menschen. Insgesamt versorgt die Caritas 20.000 Menschen mit dem Allernötigsten versorgt. Die Caritas Österreich unterstützt diese Nothilfe mit zunächst 30.000 Euro und bittet um Spenden für die Menschen in Sri Lanka.
Spendenkonto: PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Sri Lanka


