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Feierliche Einweihung der Werkstatt “Benedikt” für Menschen mit Behinderung
Am 14. November wurde die neue Werkstatt „Benedikt“ in Treibach-Althofen von Bischof Dr. Alois Schwarz gesegnet und feierlich eröffnet. Damit wurde der erste Teil des groß angelegten Umbau- und Umstrukturierungsprojektes im Bereich Behindertenarbeit fertig.
Montag, 16. Nov 2009
Caritas-Direktor Dr. Viktor Omelko war regelrecht erleichtert, als die Feier zur Eröffnung der Werkstatt Benedikt begann, denn dem Baubeginn war eine lange Debatte vorausgegangen. Omelko hatte lange mit dem Land Kärnten diskutiert, wie die Umstrukturierung des Hemma-Hauses – der Bau der Werkstatt ist ein Teil davon - von Statten gehen solle. Doch mit der Eröffnung der Werkstatt ist für Omelko das Projekt noch lange nicht abgeschlossen: „Wir suchen noch Sponsoren für eine Photovoltaik-Anlage und für Fahrzeuge, um die Menschen, die in den Werkstätten arbeiten, zur Arbeit und nach Hause zu bringen.“
Der Bau, der mit vielen breiten Fensterfronten sehr lichtdurchlässig ist, kam bei den Besuchern gut an. „Ich freue mich, dass Menschen mit Behinderung von der Caritas so gut begleitet werden, und dies gerade in Hinblick darauf, dass es Kinder gibt die von ihren eigenen Müttern nicht ausgetragen werden, weil es heute aufgrund der pränatalen Diagnostik möglich ist, schon vor der Geburt zu wissen, ob ein Kind behindert sein wird oder nicht“, betonte Bischof Dr. Alois Schwarz, der die Werkstatt gesegnet hat.

Auch die Landes- und Lokalpolitiker zeigten sich beeindruckt von dem neuen Caritas-Projekt. So lobte StR LAbg. Wilma Warmuth, die den kranken Sozialreferenten Christian Ragger vertrat, dass die Caritas Kärnten dem Land viel an sozialer Verantwortung abnehme. Und dass die 24 Beschäftigten der Werkstatt mit einem so hohen Personalschlüssel von 16 Personen tatsächlich intensiv betreut werden könnten.
Die neue Werkstätte kostet rund 1,6 Millionen Euro. Neben den sechs Werkräumen, zwei Esszimmern, großzügigen Bädern, Mitarbeiterräumen und Büros – das ganze Gebäude kann mühelos mit Rollstuhl befahren werden – gibt es auch einen Snoezelenraum. Snoezelen ist eine Wortschöpfung aus zwei niederländischen Wörtern für schnuppern und dösen. Solch ein Raum dient dazu, mittels Reizen wie Musik, Licht oder auch Düfte die sensitive Wahrnehmung zu verfeinern.
Für die neue Tageswerkstätte und die neuen Wohnhäuser hat die Caritas Kärnten in Zusammenarbeit mit Studenten der Fachhochschule Kärnten sogar eigenes Mobiliar entwickelt wie Stühle, die ähnlich eines Legobausteinsystems je nach Bedarf umgebaut werden können, oder einen Schrank, der mit dem Rollstuhl befahrbar ist.

Im Dezember diesen Jahres werden auch die Wohnhäuser „Markus“ und „Lukas“ in Treibach-Althofen bezogen werden. Die beiden anderen im Bau befindlichen Wohnhäuser in Friesach sollen spätestens im April 2010 fertig gestellt sein. Die 41 Menschen mit Behinderung, die noch im Altenwohn- und Pflegeheim St. Hemma in Friesach leben, werden in die neuen Wohnhäuser übersiedeln. Und viele von ihnen werden in der Werkstatt „Benedikt“ einer relativ regelmäßigen und je nach Möglichkeiten eigenständigen Arbeit nachgehen.
Die Behindertenarbeit der Caritas Kärnten basiert auf der Grundlage, dass jeder Mensch in ein Gemeinwesen integriert sein möchte und dies unter weitgehend normalen Lebensumständen. Die Caritas Kärnten wird dem insofern gerecht, als sie die Lebensbereiche Arbeit, Wohnen und Freizeit der ihnen anvertrauten Menschen mit Behinderung genauso trennt, wie es die meisten anderen Menschen auch tun.
Auch deshalb wurde die Behindertenarbeit im St. Hemma-Haus umstrukturiert, damit die BewohnerInnen in den kleineren Wohnhäusern in Treibach-Althofen und in Friesach selbständiger leben können. Das bedeutet, dass sie ihren privaten Lebensraum mehr mitgestalten können. Die Menschen werden dabei in den dafür neu errichteten Tageswerkstätten auch durch spezielle Beschäftigungs- und Arbeitstherapien und Aktivitäten in der näheren Umgebung gefördert. Das St. Hemma-Haus ist seit 1989 in Betrieb und wurde ursprünglich sowohl für die Betreuung behinderter sowie alter und pflegebedürftiger Menschen konzipiert.
Die geplante Modernisierung des St. Hemma-Hauses als Pflegeheim ist die letzte Etappe des groß angelegten Projektes. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das Projekt auf mehr als 15 Millionen Euro. Die Caritas Kärnten bekommt dafür vom Land Kärnten eine begünstigtes Darlehen aus dem Sozialbaufonds in Höhe von mehr als 4 Millionen Euro. Den größten Teil der Mittel bringt die Caritas Kärnten damit selbst auf.






