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Kärntner Caritasverband

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Bildungsreisen 2010

Reiselust wecken, Ferienlaune heben, neue Welten entdecken

ÖSTERREICH EIN KLÖSTERREICH
26. - 30. September 2010

Reiseleitung: Mag. Karl Quendler und örtliche Führungen
Preis: € 340,--

Die Reise führt von Klagenfurt über Salzburg zur österreichisch-bayrischen Grenze auf der Spur verschiedener alt ehrwürdiger Klöster.

Leistungen:
Busfahrt, Unterbringung auf Basis von HP (Frühstück und Abendessen)

EZ-Zuschlag: € 30,--

Max. 30 Personen

Anmeldungen:
Bis Ende Mai 2010 mit Anmeldeformular oder per Email an
Kärntner Caritasverband
Sandwirtgasse 2, 9010 Klagenfurt
Mo - Fr 8 - 12.30 Uhr
Tel: 0463/ 555 60 - 25
Email: .(Javascript muss akziviert sein, um diese -MAil-Adresse zu sehen)


Preis- und Programmänderungen bei allen Angeboten vorbehalten!


Reisebericht - Reise in die Emilia-Romagna
vom 18.April- 25.April 2010

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Natürlich kennen Sie alle das „Paradiesgärtlein“ von Schongauer oder aus seiner Schule, also, zumindest diejenigen unter uns, die schon einmal in Frankfurt am Main waren, denn, wer je in Frankfurt weilte, war natürlich auch im Städelschen Museum am Mainufer. Dort findet man das „Paradiesgärtlein“. Und wie Paradiese es so an sich haben, sind sie nicht offensichtlich oder offenbar, oh, mitnichten, also muss man sie suchen.
Was ist so ein fein ziseliertes Bild wie das Paradiesgärtlein anderes als die Verzauberung einer Wirklichkeit, ein Aufspüren und Festhalten köstlicher Momente, köstliche Momente, deren Dauer wortgemäß kurz ist. Vor 600 Jahren war der Pinsel das kostbare Medium für diese Momente, und ist es heute nicht die Digitalkamera, die alle vorüberziehenden Bilder etwas wahllos und unkritisch entgegennimmt?
Nun waren wir nicht auf der mühsamen und langwierigen Suche von Schongauers Werk, auf der Suche waren wir schon, aber wir hatten ja Carlo und Giorgio, die Caritas und des Pfarrers Ricardo bekanntermaßen kürzeren Weg zum lieben Gott, der ja ein Stückchen Paradies zeitweilig erscheinen lässt, in Bild und Abbild.
Wir hatten aber Vorgaben zu machen, mussten geduldig und hoffnungsvoll bleiben, und, wie es sich für das Passiv gehört, erleiden: Also Sturzbäche und Regenfluten als Prüfsteine, nicht eigentlich Steine, heftige Wässer.
Und dann offenbarte es sich langsam, im Land der Früchte und Weine, der Köstlichkeiten von den Weidebewohnern unterschiedlicher Arten. Schon die erweiterte Sicht und das blaue Firmament in Udine gaben Vorgeschmack, das hors-d’oeuvre oder il primo, sozusagen für unsere Reise, unser Hauptgericht.

Denn es blüht! Aus den kargen Alpen heraus - hinein in die farbenfrohe Ebene von Etsch/Adagio und Po. Der Raps steht in gelber Zauberleuchtkraft gegen die braunen, schon schön für die Saat geglätteten Schwemmlandböden, das frühlingsgrüne Laub umrangt die erdfarbenen Höfe und gegen die weite Horizontale ragen die schlanken dunkelgrünen und strengen Zypressen ins Himmelsblau. Es ist Sonntag und ganz still in diesem Gemälde, um so stiller als auch kein Fluglärm die feierliche Ruhe aufstört, kein Kondensstreifen den Wölkchen Konkurrenz macht. Ein flug- und lärmfreier Sonnentag an diesem 18.4. 2010.
Zu diesem farbenfrohen Einstieg passt dann auch die lustvolle Benennung des ersten Quartiers, Piacenza, von piacere, mi piace! Natürlich gefällt sogleich die Architektur, abgehoben gegen den Sommerhimmel, die wuchtige Burg der Farnese und erst recht der lustig bevölkerte Marktplatz mit den barocken Reiterstandbildern und dem herrschaftlichen Palazzo Gotico. Aber wir lernen nicht nur die Farnese kennen, sondern auch Giorgio, mit spirituell durchdrungener Begeisterung und immensem Wissen für die Herrlichkeiten dieses Landstriches und seinen kostbaren Ratschlägen für die das leibliche Wohl sorgenden Genüssen. In flüssiger Form ist das der Lambrusco, zu dem sich fest Lasagne gesellt.
Aber was wären all die köstlichen Augenweiden und Gaumengenüsse ohne Musik? In diese Lieblichkeit hineingeboren wächst Giuseppe Verdi heran. Wie so oft zur damaligen Zeit sorgen sich Pastor und Kantor um das begabte Kind aus wenig bestellter Familie, das an der dörflichen Orgel in S. Michele Arcangelo seine dann weltberühmten Fertigkeiten erlernt. Er muss von Beginn an über gutes räumliches Vermögen verfügt haben, denn die linke Hand und die Pedale wollen an der Orgel koordiniert werden, und eigentlich widerstreiten sie sich auf’s Hartnäckigste. Also ist Fleiß angesagt.
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In den dunkelroten Plüsch des ausgehenden 19. Jahrhunderts ist dann auch das Verditheater in Busseto eingekleidet und etwas lichtscheu auch die Verdivilla im Innern.
Draußen aber legt sich die abendliche Leuchtkraft auf Felder, Gärten und Gebäude. Es ist noch nicht die proustsche „heure bleue“, noch steht die Sonne schräg am Firmament, aber die Luft ist jetzt gleichsam zum Schleier geworden und die Farben werden sanft und verklärt, eine Landschaft in Moll zur Abendzeit.

Glanzvolles Strahlen am nächsten frischen Morgen, als es hineingeht in die vulkanenen Hügel, dunkle Erde, kräftige Weidewiesen, mächtige Gemäuer, fast unerreichbar und uneinnehmbar, droben auf den abrupten Felsen. Canossa. Natürlich wissen wir alle Bescheid über die beiden Männer, die hier Geschichte machten, aber uns bot Canossa dann noch ganz andere Seiten. Die waren zu Füßen der Herrschaft gelagert, auch viel bescheidener in den Ausmaßen, aber von großem Reiz am sommerlichen späten Vormittag, die trattoria Rossena 7, località 4206 Canossa. Der Blick geht in die grünen Berge und in den blauen Himmel, aber nur so lange bis der Prosciuto di Parma, der Parmigiano di Reggiano, der leichte, helle Soavewein, weiße Butter und Ciabatta vor uns stehen. Es ist der 20. April 2010, 27° C und heiterer Frohsinn an gedeckten Tischen. Carlo entdeckt sein neues Betätigungsfeld, so dass niemand unversorgt, hungrig oder durstig bleiben muss.
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Zurück in die Ebene, zurück in die Farbenpracht, denn zum Rapsgelb kommen nun der blau-violette Flieder, die weiß und rot blühenden Kastanien, die hellen Glyzinien, und es duftet nach Sonne und schon nach Sommer. Natürlich stehen überall Reben in diesem sonnenverwöhnten Eckchen der Erde, noch etwas karg und verzagt sehen sie gerade aus, denn sie sind sorgsam beschnitten, aber die ersten grünen Triebe lassen sich schon sehen. Und wie wir lernen, wird aus den Reben nicht nur der köstliche Wein gekeltert, sondern, und das trifft hier für Modena zu, der „aceto balsamico“ gewonnen, er wird über lange Jahre der Lagerung und Verdunstung von Wein zu dem bekannten herbsüßen Gewürz verarbeitet.
Es braucht nicht viel Phantasie, sich im wirklichen Hochsommer die glühende Hitze auf diese fruchtbare, füllige Erde zu denken, und seit Alters her haben die Norditaliener sich deshalb schatten- und schutzspendende Arkaden vor die Häuser gebaut, schön geschwungene Rundbögen auf einfachen Säulen, die den Wohnhäusern etwas vornehm Erhabenes, bisweilen sogar vornehm Abweisendes geben. Und wo solch ausladende Ströme wie der Etsch und der Po fließen, gibt es auch genug Tonerde, um Ziegel zu brennen, so dass die Backsteinbauten der Kirchen, Burgen und Bauernhäuser sich ganz natürlich in die Landschaft betten.
So war es hier eben, das Praktische und das Ästhetische liebten einander, imperfektiv, denn jetzt, ja, jetzt setzt das Unästhetische des 21. Jahrhunderts neue Maßstäbe. Wie ein großer, unbezwingbarer Bandwurm schleichen sich farblose oder farbschreiende Betonlagerhallen in die Ebene und verbarrikadieren zunehmend Zauber, Blicke und Farben.

Ochsenblutrot, ein wenig blutrünstig hört sich diese Farbe schon an, jedoch an Bolognas aus der Renaissance stammenden Bauten in der historischen Stadtmitte strahlt dieses Rot seine ganze Erhabenheit aus. Und auch die vor der Sonne schützenden Jalousien tragen diese Farbe; sie flattern jetzt im Frühlingswind, denn sie sind nicht aus Holz oder Plastik, sondern aus dichtem Stoff. Unter den Arkaden des Pavaglione – pavillon – oder des Palazzo dei Banchi plaudern und flanieren Einheimische und Besucher. Wie in Parma, so auch hier das bunte, lebhafte, jugendliche Treiben auf der Piazza Maggiore, so, als gäbe es überhaupt nur studentisches Völkchen in der ältesten Universitätsstadt Europas. Alles wirbelt geschmückt und geschminkt wie auf der Bühne herum, auch die Rufe von Markttreibern oder Bauarbeitern, von Arlecchini, Pulcinelli, Colombini runden die Szenen der Commedia del arte ab. Wir spielen sie abends bei Wein und typischen regionalen Speisen weiter.

Dann wechseln wir in Ravenna die Residenz und sind umgeben von jugendlichem Publikum, recht forscher Bedienung und mensaähnlichen Maßstäben der Platzierung, bis Giorgio und Carlo durch eindeutige Missfallensäußerungen Besserung schaffen. Aber diese Rahmen- und Randerscheinungen sind sowieso nur von sekundärer Bedeutung in einem historischen Ort wie Ravenna, den mir schon Felix Dahn vor Jahrzehnten so lebendig dargeboten hatte, dass es verwunderlich ist, mit welcher Verspätung ich dieses Weltkulturerbe betrete. Eine Reise nach Byzanz, und zuerst natürlich, wenn man aus Darmstadt kommt, in das Mausoleum der Galla Placidia mit ihren wundersam strahlenden blau-goldenen Mosaiken, die uns mit ihren Geschichten bezaubern. Auch dies eine Verzauberung der damaligen Wirklichkeit.
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2500 Jahre später lässt Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein, seinen Freund und Künstler Joseph Maria Olbrich dieses Mausoleum in Darmstadt auf der Rosenhöhe maßstabsgetreu nachbauen, natürlich nur die äußere Form, so dass man trotzdem oder gerade deshalb sich von Darmstadt nach Ravenna aufmachen muss, um die Urform zu bestaunen. Die große Jugendstilausstellung, die gerade Besucherströme nach Darmstadt lenkt, geht im Sommer nach Wien, dort ist Olbrich schließlich „groß“ geworden. So schließen sich wieder einmal die Kreise.
Ravenna war ja eigentlich eine Hafenstadt und hieß auch entsprechend einfach „Classe“. Weithin sichtbar in diesem flachen und meernahen Land ist der runde Glockenturm mit seinen pro Stockwerk zunehmenden romanischen Rundbögen. Natürlich steht er, wie alle Wohn- und Glockentürme in der Region, schief, das ist hier einfach so. Zum Glück kommen wir am frühen Morgen an und haben die Basilika San Appolinare mit ihrer klaren Dreigliederung im Inneren und der hinreißend ausgestalteten Kuppel noch ein wenig für uns, denn man braucht Raum und Zeit, um mit Andacht diese naiven Meisterwerke auf sich wirken zu lassen, besser noch, taucht man in raum- und zeitlose Ewigkeit ein.
Draußen ist die mit Ziegelsteinen errichteten Basilika von den gestrengen Schirmakazien umsäumt und eingefasst, die auch den Straßen durch ihre lineare Ausrichtung etwas streng Feierliches geben.
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Ravenna, ja wie fasst man diese Stadt zusammen?, das sind auch die Basiliken San Apollinare Nuovo in der Stadt und San Vitale, und natürlich kommt Theoderich ins Blickfeld, aber was soll’s, Ravenna braucht eine eigene inbrünstige Reise, kein Vorbeischauen, Ravenna ist einfach ohne Konkurrenz, fein und klein und kostbar, wie ein sehr gut benotetes Restaurant für feinste und ehrfurchtsvolle Feinschmecker der Kultur.
Unsere Herberge im Industrieviertel der Stadt ist sozusagen der neuzeitliche Gegenpol, verliert aber an Schärfe wegen der inhalierten Eindrücke tagsüber, und ich bin ganz sicher, dass das Grabmal Theoderichs eher erinnerungswürdig bleiben wird als der erbärmliche Teeautomat im Hotel Akross, aus dem sich lauwarmes Wasser über den armen Teebeutel ergießt. Also, zum Teekochen könnten die Italiener ja vielleicht einmal in Ostfriesland einen Teekurs absolvieren. Die Stadt Norden gegenüber der ostfriesischen Insel Norderney eignet sich dafür besonders gut.
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Aber wir sind ja in Italien und befinden uns nun, nach dem Klosterbesuch Pomposas auf dem Schiff. Denn was wäre ein Besuch von Lidos ohne die Lagunen? Und rechtzeitig hört es auch auf zu regnen, der Nieselregen des Morgens, als wir im Kloster waren, hat sich, wie verabredet, verzogen, und wir sitzen auf dem Sonnendeck des denkwürdigen Bootchens, und Giulia erklärt polyglott die flatternde Tierwelt.

So eilt der letzte Abend heran, und die ersten Verabschiedungen kündigen sich an, von Giorgio, der uns mit Grandezza durch Burgen und Basiliken, Klöster, Paläste und über Plätze begleitet hat und die Schönheiten der Architektur mit den Köstlichkeiten der Natur verbunden hat, von der Bedienung, die uns nach dem ersten Desasterabend vorzüglich versorgte.
Wir haben dann ganz pünktlich am nächsten Morgen das - man möchte fast sagen „die“ - schöne Ravenna verlassen und haben in der strahlenden Sonne noch in Chioggia einen Halt eingelegt, mit einem Apperitivo am Meer und sich spiegelndem Ambiente in den Kanälen, mit Musik und der Hymne auf der Hauptstraße, denn es wurde am 25.4. der Befreiung vom Faschismus gedacht.
Sehr charmant verabschieden sich die Teilnehmer im Bus voneinander, mit jedem noch ein paar nette Sätze austauschen, stehend, gehend, ganz undenkbar in Deutschland, denn im fahrenden Bus hat jeder zu sitzen....
Inzwischen sind auch in Klagenfurt Frühling und Blüten, Sonne und Wärme angekommen, na ja, wir haben sie einfach aus der Ebene über die Karawanken mitgenommen.
Ach, fast hätte ich es vergessen: Das „Paradiesgärtlein“ im Städelmuseum hängt im ersten Stock, nach dem Saal mit Kirchner und Dix muss man linker Hand gehen, das neunzehnte Jahrhundert durchqueren und dann noch einmal links in einen Seitenraum. Paradiese verbergen sich meistens.

Nike Schlüter, Darmstadt




Flug-Bus-Reise nach Kalabrien – Süditalien

VON BERGAMOTTEN UND LAKRITZEN

Kalabrienreise der Caritas von 26. April bis 3. Mai 2009

Die Bergamotte, eine Zitrusfrucht, wächst nur entlang eines schmalen Küstenstreifens zwischen dem Ionischen und dem Tyrrhenischen Meer und ist unerlässlich für die Herstellung von Kölnisch Wasser und Earl Grey Tee; sie wird auch zu Marmelade und Limettensaft verarbeitet.
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Wir lernten den Geschmack dieser Frucht in Form eines Likörs kennen, der uns zum Dessert nach einem Essen mit Vorspeisenorgie im Lokal „La Cascina“ in Roccella Ionica verabreicht wurde. - Die Produkte der Lakritze wiederum, eines Hülsenfrüchtegewächses, aus deren Wurzeln ein süßer Extrakt gewonnen wird, verkosteten wir im Geschäft der Fa. Amarelli in Rossano.

Unser bewährter Reiseleiter Karl Quendler hat in Vorbereitung der Kalabrienrundreise der Caritas die gesamte Route persönlich absolviert und auf diese Weise nicht nur die kulturellen und historischen Höhepunkte aufgespürt, sondern auch die landschaftlichen und kulinarischen Besonderheiten eruiert. Die Reise führte von Lamezia Terme an der Küste des Tyrrhenischen Meeres bis Reggio di Calabria, dann nach Querung des Aspromonte-Massivs am Ionischen Meer von Lokroi bis Sybaris und über Altomonte und Cosenza („Nächtlich am Busento lispeln bei Cosenza dumpfe Lieder …“) zurück zum Ausgangspunkt Lamezia Terme.

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An unserer örtlichen Führerin Liane Scherf, die uns vom Flughafen abholte, während der gesamten Rundfahrt begleitete und an deren sehr deutschen Akzent wir uns bald gewöhnt hatten („Normannen sind Jungs aus dem Norden“), hatten wir unsere Freude infolge ihrer lebhaften und sehr kommunikativen Art, nicht zuletzt aber auch auf Grund ihrer umfassenden Kenntnisse in den historischen, kunstgeschichtlichen, kulturellen und landeskundlichen Aspekten, die sie sich in 20 Jahren als Lehrerin und Reiseleiterin in Kalabrien erworben hat. Gar manche ihrer Schilderungen des Alltagslebens in Süditalien erweckten ungläubiges Staunen in uns. Ihr forsches Gehtempo musste Karl Quendler als gelassener capo del gruppo am Schlusse der Schar geduldig kompensieren. Unser Reiseleiter sorgte ferner, der Caritas verpflichtet, pünktlich jeden Morgen dafür, dass passende Zitate aus und Gedanken zu den Briefen des hlg. Paulus einige Augenblicke der Besinnung bedingten.

Wenn man von Höhepunkten spricht, ist Subjektivität nicht zu vermeiden; trotzdem seien einige genannt:
Tropea, dessen Hauptstraße in einem Balkon über dem Meer endet,

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Pizzo mit dem Kastell, in dem Joachim Murat, der Schwager Napoleons, 1815 hingerichtet wurde (die eindringlich-mitfühlende Darstellung durch Liane erntete verdienten Szenenapplaus), das sturmumtoste Capo Vaticano mit einzigartiger Vegetation,

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Scilla mit seinem aus Homers Odyssee berühmten Felsen, die Straße von Messina mit dem Blick auf Sizilien und den schneebedeckten Ätna, die in idyllischer Ruhe zwischen knorrigen Ölbäumen schlummernden Ruinen der Städte Großgriechenlands wie Lokroi, Skylletion und des als verschwenderisch bekannten Sybaris, das hoch über dem Meer in einen Blumenkranz gebettete Heiligtum der Hera Lacinia bei Kroton. Neben den Zeugnissen der Antike waren es die Kastelle aus der Normannenzeit, die unsere Aufmerksamkeit erregten, etwa in Vibo Valentia, Kroton und Santa Severina, das, auf steilem Felsplateau thronend, mit Recht als „la nave di pietra“ bezeichnet wird, ferner die Seeräuberfestung Le Castella auf einer Insel vor Capo Rizzuto.

Die tiefe Verwurzelung der Religion in diesem Landstrich erweist sich in den prachtvollen Sakralbauten, die im Kern meist romanisch sind, aber infolge häufiger Erdbebenschäden immer wieder zeitgenössische Erneuerungen erfuhren. Die Kathedrale der mittelalterlichen Stadt Gerace, den größten romanischen Sakralbau Kalabriens, betritt man durch die Krypta unter der Hauptapsis.

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Das byzantinische Erbe erhalten hat sich in den reizvollen Kreuzkuppelkirchen von Stilo (Cattolica) und Rossano (San Marco). In drei der von uns besuchten Kathedralen fanden Hochzeitszeremonien statt – schließlich hatte inzwischen der Wonnemonat begonnen. Als ein museales Glanzlicht sei zum Schluss genannt der Codex purpureus Rossanensis im Diözesanmuseum von Rossano, eines der ältesten Bücher der Welt aus dem 6. Jhdt. Von ihm sind 188 (von ursprünglich 400) purpurgefärbte Pergamentblätter mit großartigen Miniaturmalereien erhalten.

Absoluter Höhepunkt sind die beiden Bronzekrieger von Riace im Archäologischen Museum von Reggio di Calabria. Diese wurden 1972 unweit von Riace im Meer gefunden und sind zwei der wenigen erhaltenen Großbronzen der griechischen Klassik. Ihre Erscheinung in wenigen Worten zu schildern ist unmöglich, sie nicht aufgesucht zu haben wäre ein unverzeihlicher Fehler. Unsere Führerin Liane enthüllte beinahe ein erotisches Verhältnis zu den beiden Figuren „in heldenhafter Nacktheit“.

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Jeder Tag unserer Reise fand seinen gebührenden Abschluss mit einem vorzüglichen Essen, von unserem Reiseleiter mit Bedacht und Geschmack ausgewählt, und ebensolchem Wein, dessen Qualität wir auch während einer gut unterlegten Weinkost in der Cantina Librandi in Cirò prüfen konnten. – Als wir am letzten Tag, einem strahlenden Sonntag, in Altomonte auf der Piazza Giacomo Matteotti mit dem Blick auf die wie ein Amphitheater ansteigende Stadt den Bus bestiegen, waren wir uns einig, dass unsere Reise noch länger dauern sollte. Wir beenden sie „a tarallucci e vino“ – in voller Zufriedenheit – wie uns Liane am Parkplatz in Camigliatello Silano beibrachte.

Am Ende des Stückes soll unser umsichtiger Reiseleiter vor den Vorhang gebeten werden und verdienten Applaus ernten für eine sorgsam geplante, klaglos durchgeführte und erfolgreich abgeschlossene Bildungs- und Vergnügungsreise, aber nicht, ohne dass der Wunsch nach einem Dacapo mit neuer Zielsetzung hinzugefügt sei.

Helmut Graf



„Bosnien-Herzegowina“

Auf den Spuren von Nachbar in Not mit Peter Quendler

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Alte Brücke von Mostar (Foto: P. Quendler)


Termin: 1. September - 8.September 2008
Reiseleitung: Mag. Karl Quendler
Begleitung: Peter Quendler, ehem. Koordinator von Nachbar in Not
Preis: € 465,-


Durch die Reise nach Bosnien und Hezegowina wollen wir dieses Land in seiner kulturellen Vielfalt, seiner einzigartigen Landschaft und mit seinen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten neu entdecken.
Auf den Spuren von Nachbar in Not mit dem ehemaligen Koordinator Peter Quendler wollen wir die zahlreichen Projekte und Hilfsmassnahmen für die vom Krieg heimgesuchte Bevölkerung kennen lernen.

Programm:

Montag, 1. September 2008
Abfahrt von Villach - Klagenfurt - vorbei an Zagreb/Agram nach Banja Luka. Besuch des Trappistenklosters Maria Stern (gegr.1869 vom Vorarlberger Abt P.Franz Pfanner) bei Banja Luka. Begegnung mit Bischof Dr. F. Komarica. Abendessen und Übernachtung in Banja Luka.

Dienstag, 2. September
Vorbei an der zerstörten Moschee in Banja Luka (einst die nördlichst gelegene Moschee am Balkan, erbaut 1579, zerstört 1993). Dann geht die Fahrt nach Sarajevo, der Hauptstadt Bosniens und Herzegowina. Abendessen und Übernachtung in Sarajevo.

Mittwoch, 3. September
Besichtigung der Stadt Sarajevo. Dr.mr.don Tomo Knžević führt uns durch die Stadt.
Besichtigung der von der Caritas unterstützten Projekte: „Schule in Europa“, Waisenhaus und Kindergarten „Egipat“ und die Krankenpflegerschule „San Vinco“ im Zentrum.
Abendessen und Übernachtung in Sarajevo.
Abendgespräch.

Donnerstag, 4. September
Nach dem Frühstück Fahrt nach Mostar. Stadtführung mit dem ehem. Caritasdirektor Kresimir Pulic. Besichtigung der Brücke von Mostar, des Gymnasiums, der neuen Kathedrale, des Franziskanerklosters und des Caritaskindergartens (Sr. Florijana).
Abendessen und Übernachtung in Mostar.

Freitag, 5. September
Fahrt durch das Neretvatal zum Wallfahrtsort Medjugorje, 25 km südwestlich von Mostar.
Am 24. Juni 1981 um 18 Uhr erschien die Muttergottes mit Kind sechs jungen Menschen auf dem Hügel Crnica, einige hundert Meter über dem Weiler Podbrdo.
Abendessen und Übernachtung in Mostar .

Samstag, 6. September
Nach dem Frühstück Weiterfahrt von Mostar nach Split.
Abendessen und Übernachtung in Split, der größten Stadt Dalmatiens und zweitgrößten Kroatiens.

Sonntag, 7. September
Besichtigung der Altstadt von Split mit Diokletianpalast.
Fahrt nach Trogir, einer Stadt mit mittelalterlichem Charakter. Besichtigung der Altstadt, die auf einer Halbinsel liegt.

Montag, 8. September
Nach dem Frühstück erfolgt die Heimfahrt über die Autobahn an Zagreb/Agram vorbei nach Kärnten.

Leistungen:

Komfort- Bus mit WC, Unterbringung auf Basis Halbpension (Frühstück und Abendessen)
Höchstteilnehmerzahl: 25 Personen
Eintritte werden vor Ort eingesammelt

Anmeldungen:bis spätestens Mitte Juli 2008 an den Kärntner Caritasverband, 9010 Klagenfurt, Sandwirtgasse 2, Tel. 0463/55560-25 von 8.00 bis 12.30 per E-Mail: erholung@caritas-kaernten.at

Einzahlungen:
50 % des Pauschalbetrages sofort, nach der schriftlichen Anmeldung. Erst mit der Anzahlung ist Ihr Platz fix reserviert. Rest bis spätestens 6 Wochen vor Antritt der Reise auf die Konto Nr. 1.082.155 BLZ 39000 beim Kärntner Raiffeisenverband, unter dem Vermerk „Bosnien-Herzegowina“.

Durchführendes Reisebüro: Sienčnik Trans GmbH, 9141 Eberndorf


Der Kärntner Caritasverband ist nur Vermittler zwischen dem Reiseteilnehmer und dem in Anspruch genommenen, konzessionierten Reisebüro. Es gelten die „Allgemeinen Reisebedingungen“ der Kammer der gewerblichen Wirtschaft, Sektion Fremdenverkehr, Fachgruppe Reisebüros. Wir haften nicht für Unfälle, Verzögerungen oder andere nicht auf unser Verschulden zurückzuführende Ereignisse.


PREIS- UND PROGRAMMÄNDERUNGEN VORBEHALTEN!

Veneto 2008

Reisebericht

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Stra Villa Pisani La Naazionaale


Garibaldi, Vittorio Emmanuele II., Cavour, auf diese Namen für Piazze und Corsi und die entsprechenden Standbilder trifft man in Italien allerorten als Erinnerung an die nationale Einigung und die Schaffung des Königreiches Italien 1861, und darauf steht öfters zu lesen: Ci siamo e ci resteremo – hier sind wir und hier bleiben wir.

Wir, eine Caritas-Reisegruppe von 35 Personen unter der bewährten Begleitung von OStR Prof. Karl Quendler (Planung) und der ebenso geschätzten Führung durch die Kunsthistorikerin Dr. Gertraud Dangl aus Südtirol, blieben zwar nur eine Woche (die 3. Woche im April) im Bel Paese, lernten dabei aber dennoch die Region Veneto, die Terraferma Venedigs, in ihrer ganzen Vielfalt – auch witterungsmäßig - kennen.

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Bassano del Grappa Ponte degli Alpini


Von zwei Standorten aus, Sandrigo bei Vicenza und Abano Terme, kamen wir im Norden bis an den Fuß des noch schneebedeckten Monte Grappa und besuchten Marostica, Asolo mit seinen 100 Horizonten, San Vito und Bassano del Grappa, folgten in Vicenza und Umgebung den Spuren des Andrea Palladio und bestaunten Verona, das imposante Einfallstor nach Italien im Knie der Etsch. Der Besuch von Solferino sorgte für Nachdenklichkeit und war und bleibt für viele von uns von großer Nachhaltigkeit. Unser zweiter Standort war Abano Terme, von wo aus wir in Padua die Arena-Kapelle mit den Giotto-Fresken und die kuppel- und türmereiche Basilika des heiligen Antonius aufsuchten. In Bann gezogen haben uns dann die lieblichen Colli Euganei in der Frühlingssonne mit ihren Wäldern, Weingärten und mittelalterlichen Städten - und auch durch den herrlichen Wein. Eine weitere Ausfahrt galt dem Polesine und dem Mündungsgebiet von Po, Brenta und Etsch mit seiner endlosen Weite und zahllosen Kanälen bis Chioggia, und auf der Heimfahrt machten wir an zweien der berühmten Brentavillen Halt, an der Villa Pisani und an der Villa Malcontenta.

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Brenta-Villa Malcontenta


Den für die wohlgelungene Reise Verantwortlichen sei hiemit herzlicher Dank gesagt und für die immer freundlich-wohlwollende Betreuung gebührende Anerkennung ausgedrückt. Natürlich wurde der Wunsch nach einer Fortsetzung des Projekts‚ Regionen Iltaliens’ geäußert – bleibt zu hoffen, dass er auch erhört wird.

Helmut Graf



Stiegen zum Himmel – Alpine Straße der Romanik in Südtirol

Reisebericht

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Die vom Kärntner Caritasverband veranstaltete und von Mag. Karl Quendler begleitete Reise nach Südtirol vom 14. bis 19. Oktober 2007 stand unter dem Thema: „Stiegen zum Himmel – Alpine Straße der Romanik“. Nicht nur, dass sich der Herbst von seiner schönsten Seite zeigte, es waren auch die ausgewählten Sehenswürdigkeiten, die den Teilnehmern ein Natur- und Kunsterlebnis der besonderten Art bescherten.

Es überraschte viele, welch großer Reichtum an romanischer Architektur und sakraler Kunst bis heute bewahrt wurde. Die altehrwürdige Kurstadt Meran erwies sich als idealer Ausgangspunkt für die täglichen Exkursionen, die von der Südtiroler Kunsthistorikerin Dr. Gertrud Dangl begleitet wurden. Ihr Blick für das Unvollständige und Verborgene vermittelte ein tiefes Verständnis für die Symbolsprache und die Bilder aus der vergangenen Zeit.

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Die Spurensuche nach den Schätzen der Romanik führte zuerst in den Vinschgau zu den Kirchen von Latsch, Tarsch, St. Jakob in Söles, St. Nikolaus in Burgeis bei Mals und sogar bis in die Schweiz nach St. Johann in Müstair.

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Weitere Höhepunkte waren die Besichtigung von Schloss Tirol bei Meran und der Aufstieg zur Burg Hocheppan südlich von Bozen. Die Mühe der körperlichen Strapazen wurde belohnt mit dem herrlichen Blick über das Tal der Etsch. Die letzte Tagesfahrt führte bis ins italienische Weinbaugebiet Valpolicella in den lessinischen Hügeln.

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Einzelne Sorten des Südtiroler Weins und das Bier der Meraner Brauerei Forst wurden selbstverständlich auch auf ihren Gehalt überprüft. Gemeinschaft und Gemütlichkeit waren in der Gruppe groß geschrieben. Die Pension „Filipinum“, die vorher von Ordensschwestern geführt wurde, hat den geistlichen Charakter des Hauses bewahrt. Jeder, der hierher kommt, schätzt eine gepflegte Unterkunft und die freundliche Atmosphäre.
Herbert Stichaller


Gottschee / Kočevje in Slowenien - ein Rückblick

GÖTT WUTR IN HIMML, BIR PATN GUAR SCHEAN
SHÖ LUESS INSHR HOIMOT IN HARZN PESCHTEAN

Diese Zeilen auf der Schlosskirche von Krastowitz, der Gedenkstätte der Gottscheer in Klagenfurt, bezeugen das tiefe Gottvertrauen, das die Bewohner der Gottschee erfüllt hat und erfüllt, und weisen zugleich auf den unwiederbringlichen Verlust der Heimat hin, die in Kopf und Herz der Gottscheer dennoch immer präsent bleibt.

Drei Tage lang Ende April lernten wir, eine Reisegruppe der Caritas Kärnten unter der Leitung von OStR Prof. Karl Quendler, das Gottscheer Land kennen. Geführt wurden wir von RA Dr. Viktor Michitsch, der wie kein anderer über seine Heimat Bescheid weiß, und seinem Bruder Erwin. In teilweise bewegenden, vom eigenen Erleben und der Erinnerung daran stark geprägten Worten erfuhren wir auf unserer Route, die uns zuerst mit dem Beginn in Turjak und der Wallfahrtskirche Nova Štifta
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durch das Hinterland und das Unterland führte, aus berufenem Mund, wie sich Geschichte konkretisiert und sich fokussiert auf das Schicksal einzelner Menschen.

Besonders eindrücklich war die Fahrt von Masern über Göttenitz und Rieg nach Mösel, vorbei am langsam verfallenden Elternhaus unserer Reisebegleiter in Göttenitz. Ein Aussteigen wurde uns mit Hinweis auf die um die Ortschaft bestehende Sperrzone leider versagt. Die jetzt eher verlassen wirkende Karstlandschaft mit ihren endlosen Waldungen wurde lebendig, weil Dr. Michitsch uns nicht nur Erlebnisse aus seiner Kindheit und Jugend erzählen konnte, sondern auch immer wieder darauf hinwies, wo sich einstmals eine Kirche, wo sich ein Friedhof, eine Schule befunden, wo ein Dorfteich Abwechslung geboten, wo sich fruchtbares Ackerland ausgedehnt hatte. An manchen Orten erkennt man an den unverdrosssen blühenden Obstbäumen, dass hier einmal Menschen gehaust haben und ihrem Tagewerk nachgegangen sind.

Nach einem ausgiebigen Mittagessen im GH Jelen in Mösel besuchten wir in der Hauptstadt Gottschee den Gottscheer Dom, die nach Plänen des Wiener Dombaumeisters Friedrich Freiherr v. Schmidt erbaute Kirche des hlg. Bartholomäus mit der Gedenkstätte der Herzöge von Auersperg.

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Hier wie schon zu Beginn unserer Rundreise in der Wallfahrtskirche Nova Štifta hielten wir unter der Anleitung unseres geistlichen Begleiters, KR Mag. Richard Kogler, eine kurze Andacht. Für die musikalische Ünterstützung sorgte jeweils Dir. Annemarie Bradatsch. Erschütternd war der Besuch der Gedenkstätte im Hornwald.

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Die Schilderung der Qualen, die hier Menschen zugefügt worden waren, ließen uns nur in betroffenes Schweigen versinken.
Die Spannung löste sich erst wieder, als wir im Thermalbad Töplitz freundlich mit Weißbrot und Cviček begrüßt wurden. Das gefällige Ambiente des Abendessens im Hotel Kristal mit dem gewölbten Speisesaal, den Kronleuchtern und den Stuckornamenten schuf Assoziationen an frühere Zeiten. Die lauten Darbietungen einer Tanzkapelle trieben später die Anwesenden eher in die Flucht als auf das Parkett. Für Unentwegte war noch die Möglichkeit eines Besuches des Thermalbades Balnea bis 23 Uhr gegeben.

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Am zweiten Tag galt nach der Fahrt durch die lieblichen, rebenbestandenen Abhänge des Tales der Gurk unser erster Besuch dem Friedhof in Altlag mit seinen oft berührenden deutschen Grabsteinen und dem Obelisken, der einen Text in Deutsch, Englisch, Slowenisch und Gottscheerisch zur Erinnerung an die Volksgruppe trägt.
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In Mitterdorf wurden wir vom Pfarrer freundlich begrüßt und konnten hier in der Kirche Maria Himmelfahrt unsere Sonntagsmesse feiern. Die deutschen Inschriften durften deshalb an Ort und Stelle bleiben, weil die Gottscheer im Ausland für die Renovierung der Kirche, die vom Erdbeben 1976 schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war, gesorgt hatten.

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In weiterer Folge hielten wir an der Corpus-Christi-Kirche, an deren Hlg.-Grab-Kapelle zwei Gedenktafeln mit der Geschichte des Gottscheer Volkes angebracht sind.

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Das Mittagessen, wiederum im GH Jelen, fand seinen krönenden Abschluss mit einer Pobolitze, einer hier heimischen Süßspeise, deren Zubereitung Erwin Michitsch erwirkt hatte. Die Weiterfahrt brachte uns ganz nach Süden ins Tal der Kolpa an die kroatische Grenze zur Burg Kostel, die leider wegen Renovierungsarbeiten nicht besucht werden konnte. Der Abend in Töplitz bot nochmals die Gelegenheit zu einem Bad im Thermalwasser.

Rudolfswerth war die erste Station auf unserer Rückfahrt. Wir wurden vom Generalvikar des neuen Bistums Novo Mesto, mit Dr. Michitsch persönlich bekannt, in der nunmehrigen Bischofkirche St. Nikolaus begrüßt und wanderten anschließend zum Franziskanerkloster und zum Rathaus auf dem Hauptplatz.. Dieses trägt das Wappen des Gründers, des Herzogs Rudolf IV. von Habsburg. Einen Halt wert war uns auch das malerisch auf einer Insel der Gurk gelegene Schloss Otočec. Nahe Kostanjevica na Krki berichtete uns Dr. Michitsch von der Umsiedlung der Gottscheer1941/42 hierher ins Gurkfeld, die zwischen Mussolini und Hitler vereinbart worden war, weil die Gottschee 1941 Italien zugesprochen wurde und Hitler alle Deuitschen ‚heim ins Reich’ holen wollte. Kurz besuchten wir in Kostanjevica das ehemalige, von Bernhard von Spanheim gegründete Zisterzienserkloster und nunmehrige Schloss mit seiner Dauerausstellung moderner Holzplastiken. In Cilli wurde uns Gelegenheit zum Mittagessen bzw. zu einem Stadtrundgang geboten, bevor wir den endgültigen Schlusspunkt in Slovenj Gradec setzten.

Ein Dankeschön ergeht an den Organisator der Fahrt, OstR. Mag. Karl Quendler, ein ganz besonderer und aufrichtiger Dank gebührt Dr.Viktor Michitsch. Wir sind auf dieser Reise nicht nur über die historischen, geographischen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhänge in der Gottschee informiert worden und haben die Lieblichkeit und den Reiz des Landes wahrgenommen, wir haben auch etwas von der kulturellen Eigenart, der großen Heimatliebe und der tiefen Religiosität der Volksgruppe in unser Bewußtsein aufgenommen. Dank Dr. Michitsch wissen wir jetzt auch Bescheid über bestehende Probleme, besonders jenes der Restitution von Vermögenswerten durch Slowenien, wobei nicht der materielle Wert im Vordergrund steht, sondern dem Empfinden und Verlangen nach Gerechtigkeit Genüge getan werden soll.

Helmut Graf