Gründungsphase
Am Beginn unseres Jahrhunderts hatte die Industrialisierung große neue soziale Probleme mit sich gebracht, die mit ihrer Dringlichkeit entsprechende Abhilfe verlangten. Das Neue war darüber hinaus, dass die Probleme nicht mehr kleinräumig zu lösen waren, da sie den gesamten mitteleuropäschen Raum betrafen. So wurde eine Bewegung zur gezielten Arbeit an der Lösung dieser Probleme notwendig. Auf dem Hintergrund der Sozialenzyklika "Rerum novarum" suchte man die sozialen Bestrebungen der katholischen Kirche zusammenzufassen. Man tat dies unter der Bezeichnung "Caritas" in einem umfassenden Sinn, nämlich als Einsatz für die Benachteiligten unserer Gesellschaft.
Durch den 1. Weltkrieg wurden die sozialen Probleme noch verschärft. So kam es, wie in anderen Diözesen auch in der Diözese Gurk/Klagenfurt zu Zusammenfassung und Koordination der verschiedenen caritativen Initiativen in einer gemeinsamen Zentrale. Die Aufgabe einer solchen Zentrale erfüllte ab Mai 1920 das Caritassekretariat. Um den Bereich der leiblichen Werke der Barmherzigkeit noch besonders zu ordnen, wurde am 21. 11. 1921 der Verein "Kärntner Caritasverband für Wohlfahrtspflege und Fürsorge" gegründet. Mit dieser Gründung ist die Bereitstellung der organisatorischen Struktur für fachliches, kontinuierliches und weltweit ausgerichtetes Helfen der katholischen Kirche in einer sich immer wieder wandelnden gesellschaftlichen Situation gewährleistet.
Am Anfang der Caritasarbeit standen Kindererholungs- und Winterhilfsaktionen, die der Bevölkerung, die schwer unter den Kriegsfolgen litt zugute kamen. Durch die sogenannte "Kindergroschenaktion" brachte der Caritasverband Mittel für die Schaffung und Führung von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche auf. In diese Zeit fällt die Gründung von zwölf Kindergärten in unserer Diözese.
Das NS-Regime enteignete alle kirchlichen sozialen Einrichtungen und schränkte den Caritasverband auf wenige Aktionsmöglichkeiten ein.


