Armut in Kärnten

Armut ist oft erst auf den zweiten Blick sichtbar. Meist spielen sich Existenzsorgen und Nöte hinter verschlossenen Türen ab. Was bedeutet Armut in Österreich? Wer ist betroffen? Und wie hilft die Caritas?

Jeder 7. Mensch in Österreich ist armutsgefährdet oder arm. Auch in Kärnten ist die Lage bedenklich. 62.000 Menschen (etwa zwölf Prozent) sind in Kärnten armutsgefährdet, damit haben wir eine zuletzt leicht steigende Tendenz der Armutsgefährdung in Kärnten hinzunehmen.

13.000 KärntnerInnen können sich keine neue Kleidung leisten – an sie alle richtet sich das Angebot der carlas, über Gutscheine kostenlos qualitätsvolle Kleidung zu beziehen. 37.000 Kärntnerinnen und Kärntner schaffen es nicht, zumindest 15 Euro im Monat zu sparen. Für 46.000 sind die Wohnkosten eine starke Belastung.

Wer ist von Armut betroffen?

Am häufigsten und stärksten von Armut betroffen sind Kinder und Jugendliche aus Ein-Eltern-Haushalten, Familien mit drei und mehr Kindern, alleinerziehende Mütter und Väter sowie Menschen mit Migrationshintergrund.

Frauenarmut

Besonders stark von Armut betroffen sind Frauen: Sie verdienen nach wie vor weniger als Männer. Sie bekommen weniger Pension und sind auch jene, die überwiegend die Ausgleichszulage in Anspruch nehmen müssen. Frauen über 65 Jahre haben das geringste Jahreseinkommen. Alleinerzieherinnen trifft es mit durchschnittlich 20.000 Euro Jahresnettoeinkommen besonders hart. Von 144.000 AlleinerzieherInnen sind 131.000 Frauen.

In der Caritas Kärnten ist der Anteil der weiblichen Antragsstellerinnen um 5,38 Prozent gestiegen (von 1.060 auf 1.117 Frauen).

Altersarmut

Die Armut im Alter ist weiblich. Von den 876.000 Österreicherinnen über 65 Jahre leben 140.000 Frauen (60.000 Männer) unter der Armutsgefährdungsschwelle.118.000 Frauen sind auf Sozialleistungen angewiesen, 138.000 können keine unerwarteten Ausgaben tätigen, 21.000 können ihre Wohnung im Winter nicht ausreichend heizen, 41.000 sich keine neue Kleidung kaufen. Rund 70.000 Frauen über 65 Jahre wohnen in feuchten, schimmligen Wohnungen. In der Caritas Kärnten haben wir in puncto Altersarmut einen Anstieg von knapp 47 Prozent im Vergleichszeitraum 2016 bis heute zu verzeichnen.

Was Armut für die Menschen bedeutet

Wer von Armut betroffen ist, verliert seine Freunde und zieht sich langsam aus der Gesellschaft zurück. Das Eingeständnis, kein Geld für einen Kaffeehausbesuch, einen Ausflug oder eine Kinokarte zu haben, fällt auf Dauer schwer. Die existenzielle Unsicherheit und der tägliche Kampf ums Durchkommen bedeuten große Belastung.

Trotzdem finden armutsbetroffene Menschen immer wieder die Kraft, weiterzumachen. Sie sind stolz darauf, die Wohnung halbwegs lebenswert halten zu können, den Kindern wenigstens ab und zu mit deren Lieblingsspeisen eine Freude machen zu können oder einfach darauf, nicht aufgegeben zu haben.

So hilft die Caritas armutsbetroffenen Menschen in Kärnten

Die Caritas ist für armutsbetroffene Menschen oft die letzte Anlaufstelle, wenn es alleine nicht mehr geht. Sie wissen, dass sie bei der Caritas Unterstützung bei ihrem täglichen Kampf um ein gutes Leben finden. Mit kompetenter Beratung kann viel erreicht werden. Manchmal braucht es etwa nur ein wenig zusätzliche Hilfe bei der Regelung der Finanzen.

Mit diesen Angeboten hilft die Caritas im Detail armutsbetroffenen Menschen in Kärnten:

  • Sozialberatung
  • carla
  • Eggerheim – Tagesstätte für wohnungslose Menschen
  • Lea - Lebensmittelausgabe
  • Kältetelefon, 0463/39 60 60, geplant ab 1. November 2018
  • Lebensberatung (inkl. Psychotherapie, Suchtberatung, Männerberatung und Telefonseelsorge)

So können Sie armutsbetroffenen Menschen in Kärnten helfen

Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Menschen in unserer Nachbarschaft kein Auskommen finden. Wir dürfen auf die Schwächsten in unserer Gesellschaft nicht vergessen. Möglich ist unsere Hilfe nur dank der Unterstützung von Spenderinnen und Spendern, die den Betrieb unserer Einrichtungen sicherstellt.

Babypaket

Mit 20 Euro ermöglichen Sie einer armutsbetroffenen Jungfamilie die Erstausstattung für ihr Baby.

Schultasche voller Zukunft

Mit 25 Euro leisten Sie einen Beitrag zu Schulmaterial und -ausflügen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien.

Beratungsstunde

Mit 60 Euro übernehmen Sie eine Beratungsstunde in der Lebens-, Familien- und Männerberatung.