,,Über soziales Engagement nicht nur reden, sondern auch selbst etwas tun“

05.11.15 / 15:11

Mehr als 230 Freiwillige arbeiten derzeit kärntenweit in der Flüchtlings-Nothilfe. Die Caritas dankt ihnen für ihren großen Einsatz von ganzem Herzen.

Karl ,,Charlie“ Brachtl (67) aus Klagenfurt lebt zeitweise in Wien. Als im September 2015 der Flüchtlingsansturm am Westbahnhof der Bundeshauptstadt die Schlagzeilen beherrschte, dachte er: ,,Wir müssen dort einen Wintermantel abgeben.“ Mit seiner Frau Brigitte war er schon länger der Meinung: ,,Wir dürfen über soziales Engagement nicht nur reden, sondern müssen auch etwas tun.“

Seither haben die Brachtls sehr, sehr viele Stunden im Zuge des Nothilfeeinsatzes der Caritas Kärnten in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich geleistet. Beim (Vor-)Sortieren der Kleidung, die die Menschen den Schutzbedürftigen spenden, die oft nach einer langen Flucht aus einem Kriegsland völlig durchnässt in einem der drei Transitquartiere in Kärnten vorübergehend Aufnahme finden. Und bei der unmittelbaren Betreuung der Ankömmlinge in der Dullnig-Halle in Klagenfurt: ,,Mein erster Einsatz dauerte 16 Stunden, dann bin ich ins Bett gefallen“, schildert ,,Charlie“ Brachtl. Seit ein paar Wochen betreuen er und seine Gattin mit weiteren Ehrenamtlichen überdies zwei Familien mit fünf Kindern aus dem Irak. Charlie hat für sie und mit ihnen sämtliche (Amts-)Wege - Meldeamt, Beschaffung der E-Cards bei der Gebietskrankenkasse und Anmeldung der Kinder in der Volksschule und im Kindergarten – erledigt. ,,Ich bin dabei nur auf hilfreiche Menschen getroffen“, freut sich der pensionierte Chemielehrer.

Ein herzliches Danke an alle Helferinnen und Helfer

Über 230 freiwillige Helferinnen und Helfer setzen sich kärntenweit allein in der sogenannten Flüchtlingsnothilfe mit viel persönlichem Engagement, Zeit und Menschlichkeit für die Menschen auf der Flucht ein. In der Flüchtlingshilfe arbeitet die Caritas derzeit mit den Pfadfindern, den Roten Nasen, der Diakonie, der Muslimischen Jugend wie auch Vobis, Hilfswerk, BKS, Land Kärnten, ,,Helfen wie wir“ in Villach, Team Österreich, vielen Pfarren und Klagenfurter Schulen (u. a. Waldorfschule, HLW des Kärntner Caritasverbandes, WI´MO und HTL Mössingerstraße) zusammen.

Für Eva Daisenberger, die die Ehrenamtlichen koordiniert, sind die Helferinnen und Helfer ,,Multiplikatoren, deren soziales Engagement zum Abbau von Unsicherheit und Fremdenangst beiträgt“. Daisenberger dankt allen aus ganzem Herzen – auch für ihr Vertrauen gegenüber der Caritas: ,,Die Bereitschaft zu helfen, ist ein Zeichen echter Humanität und Nächstenliebe in unserer Bevölkerung.“

Stefan Bradarić (25) ist gebürtiger Kroate. Er ist im Zuge des Balkankonfliktes nach Deutschland gekommen, lebt heute in Klagenfurt und sortiert in der Dullnig-Halle fünf, sechs Stunden täglich die Kleidung, die an die Flüchtlinge verteilt wird. Oder er gibt Hygieneartikel an die Schutzbedürftigen aus. ,,Ich helfe, weil es menschlich ist“, sagt Stefan. Und: ,,Krieg und Flucht sind ein Teil meiner Familiengeschichte. Ich bin froh, für die Flüchtlinge etwas tun zu können.“

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  • Auch SchülerInnen der HLW des Kärntner Caritasverbandes helfen beim Sortieren der Kleidung tatkräftig mit.

    Auch SchülerInnen der HLW des Kärntner Caritasverbandes helfen beim Sortieren der Kleidung tatkräftig mit.

  • Stefan Bradarić (links im Bild) mit dem Team des Sortierungslagers in der Raiffeisenstraße in Klagenfurt.

    Stefan Bradarić (links im Bild) mit dem Team des Sortierungslagers in der Raiffeisenstraße in Klagenfurt.

  • Karl Brachtl ist einer der 230 Freiwilligen, die sich mit viel Engagement, Zeit und Menschlichkeit für die Menschen auf der Flucht einsetzen.

    Karl Brachtl ist einer der 230 Freiwilligen, die sich mit viel Engagement, Zeit und Menschlichkeit für die Menschen auf der Flucht einsetzen.