Bank Austria-Sozialpreis 2015 für die Brückenbauer

26.11.15 / 16:33

Preisübergabe an die Caritas für das Projekt Freiwillige Integrationsbegleiter (FIB): Stellvertretend für die 26 FIB erzählt Josef Monay, warum er asylberechtigten Menschen zur Seite steht. Weitere Freiwillige Integrationsbegleiter werden gesucht.

Als Josef Monay (64) aus Karnburg bei seiner Einschulung zum freiwilligen Integrationsbegleiter (FIB) den syrischen Kriegsflüchtling Omar kennengelernt hat, war es ,,Sympathie auf den ersten Blick“. Der heute 30-Jährige war bereits asylberechtigt und Untermieter einer Wohnung in Klagenfurt, sprach aber noch kein Deutsch und fand sich im ,,Behördendschungel“ alleine nicht zurecht. ,,Omar konnte mitten im Winter nicht einziehen, weil sich der Stromanbieter geweigert hatte, Strom zu liefern.“ Da trat Monay auf den Plan, vermittelte – und das Problem war gelöst.

Josef Monay ist einer von 26 freiwilligen Integrationsbegleiterinnen und -begleitern der Caritas Kärnten, die asylberechtigten Menschen bei Behördenwegen zur Seite stehen, Sprachunterricht vermitteln, bei der Wohnungssuche und beim Erlernen der Sprache helfen sowie Wissen über Kultur, Arbeits- und Bildungssystem weitergeben. FIB bauen auch Brücken zu neuen Nachbarn und Bekannten. Dieses Projekt richtet sich an alle, die sich für Flüchtlinge engagieren wollen. Nach einem Erstgespräch und einer Einschulung bekommen die FIB einen Schützling zur Seite gestellt. Während der Begleitung erfahren sie Unterstützung und Feedback mittels regelmäßiger Reflexionstreffen.

Monay betreut mittlerweile zehn Flüchtlinge aus Syrien, darunter vier Kinder beziehungsweise Jugendliche im Alter von drei bis 17 Jahren. ,,Manchmal gibt es Tage, da bin ich sieben, acht Stunden unterwegs“, erzählt der gelernte Kellner, der 33 Jahre lang in der gehobenen Gastronomie und in den letzten Jahren vor seiner Pensionierung als Finanzberater tätig war. Monay engagiert sich als ,,FIB“ vor allem deshalb, weil er im Zuge einer Lungentransplantation selbst sehr viel Menschlichkeit erfahren habe. Jetzt wolle er sie ein Stück weit zurückgeben. ,,Hätte ich keine neue Lunge bekommen, hätte ich vor fünf Jahren Silvester nicht mehr erlebt“, sagt Monay, der beim Laufen, Schifahren, Berg- und Schneeschuhwandern und in der Natur seine ,,Batterien“ auflädt.

Mit Omar hat Josef Monay noch heute Kontakt. ,,Wir kochen miteinander und unternehmen gemeinsam Ausflüge.“ Die Arbeit mit den Flüchtlingen beschreibt er als ein ,,Nehmen und Geben“. Am meisten freut ihn, die ,,Herzlichkeit und Dankbarkeit der Menschen, die sie offen zeigen. Sie schließen einen sogar ins Gebet ein.“

Bitte melden. Wer sich als freiwilliger Integrationsbegleiter engagieren will, melde sich bitte schriftlich mit Lebenslauf bei Claudia Muri per E-Mail c.muri@caritas-kaernten.at oder auf dem Postweg Dr. Claudia Muri, Caritas Kärnten, Sandwirtgasse 2, 9010 Klagenfurt. Weitere Infos: Telefon 0463-55560-93.

Geldpreis findet für Sprache und Bildung Verwendung

Der Caritas Kärnten wurde der Sozialpreis der Bank Austria verliehen! Das Projekt FIB (Freiwilliger Integrationsbegleiter) machte das Rennen und erhielt den mit 7000 Euro dotierten Hauptpreis. Josef Marketz, Caritasdirektor und Claudia Muri, Projektleiterin, freuten sich über den ersten Preis und die Anerkennung. ,,Das Um und Auf bei diesem Freiwilligenengagement sind Toleranz, Einfühlungsvermögen, Begeisterung für die Vielfalt der Kulturen und gelebte Solidarität“, sagt FIB-Projektleiterin Claudia Muri.

Das Geld wird für Sprache und Bildung verwendet, zum einen für den Ausbau der Sprachkompetenz zum Erwerb der deutschen Sprache, zum anderen als gezielte Unterstützung der FIB.