Durch die Pforten ins Jahr der Barmherzigkeit

03.12.15 / 19:19

Wenn Papst Franziskus am 8. Dezember, dem 50. Jahrestag des Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils, die ,,Pforte der Barmherzigkeit“ im Petersdom in Rom öffnet, dann beginnt weltweit das von ihm ausgerufene ,,Heilige Jahr der Barmherzigkeit“.

Papst Franziskus seien Orte wichtig, wo Barmherzigkeit gelebt werde, betonte Caritasdirektor Josef Marketz bei einem Festakt im Klagenfurter Diözesanhaus. Ob er sich nun mit Flüchtlingen in Lampedusa unterhalten, in einem Gefängnis eine Fußwaschung vorgenommen oder Afrika besucht habe, wo sich niemand hintraue, der Papst sei dort, wo Menschen in Not seien. Papst Franziskus verstehe die Barmherzigkeit Gottes nicht als abstrakte Idee, sondern ,,als eine sich in die konkrete Wirklichkeit wendende Liebe, die von innen herauskommt“, so der Bischofsvikar. Liebe und Barmherzigkeit seien auch die zentralen Leitbegriffe der Caritas. Diese habe wie auch die Kirche eine anwaltschaftliche Funktion. Deren Herz müsse bei den Armen sein.

Diözesanbischof Alois Schwarz glaubt, dass Papst Franziskus ,,uns mit dem Jahr der Barmherzigkeit wach- und durchrütteln will“. Schwarz: ,,Wir sind eingeladen, Barmherzigkeit und Leben miteinander zu verbinden.“ Barmherzigkeit sei sowohl Heilung und Hilfe nach dem Scheitern als auch vorauseilende Hilfe, die das Stolpern und Straucheln verhindere. Der Bischof erinnerte an die zentrale Aussage des Zweiten Vatikanischen Konzils, wonach die Kirche ihre Türen in die Welt hin öffnen müsse. Schwarz: ,,Wenn Papst Franziskus die ,Heilige Pforte´ in Rom öffnet, dann können wir damit rechnen, dass Jesus Christus hinausgeht zu den Menschen der Welt.“

Seelsorgeamtsdirektorin Anna Hennersperger bezeichnete das ,,Jahr der Barmherzigkeit“ als ,,Trainingslager dafür, wie sehr wir uns bewegen und motivieren lassen, Gottes Barmherzigkeit konkret im Umgang mit anderen im Alltag zu leben“. Die Theologen Michael Kapeller (Leiter des Instituts für kirchliche Ämter und Dienste) und Klaus Einspieler (Referent für Bibel und Liturgie) stellten ihr Buch ,,Mehr als gerecht. Die Schwelle der Barmherzigkeit überschreiten“ vor. Dem vorausgegangen waren Planungsgespräche mit Ursula Madritsch. Das Buch beinhaltet neben Hilfestellungen und Impulsen für gelebte Barmherzigkeit im Alltag auch theologische Hinführungen zum ,,Jahr der Barmherzigkeit“ sowie Erfahrungsberichte von sieben haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas, nämlich von Margit aus der Telefonseelsorge, Helga Weratschnig aus einem Kindergarten, Melanie Prohart aus der Tagesstätte für Wohnungslose, Josef Monay als freiwilligem Integrationsbegleiter, Katharina Schmidt vom ehrenamtlichen Besuchsdienst, Alexandra Blattnig von der Auslandshilfe sowie Irmengard Kapeller-Salcher von der Familien- und Lebensberatung. Ein Viertel des Verkaufserlöses von 10 Euro pro Buch kommt der Caritas Kärnten zugute.

Mehrere „Pforten der Barmherzigkeit“ öffnet auch die Diözese Gurk. Den Auftakt macht am 13. Dezember um zehn Uhr mit einer Heiligen Messe mit Bischof Schwarz der Klagenfurter Dom.

Das Buch ,,Mehr als gerecht. Die Schwelle der Barmherzigkeit überschreiten“ sowie die Broschüre zum Jahr der Barmherzigkeit mit dem Titel ,,Barmherzig wie der Vater“ sind im Behelfsdienst des Bischöflichen Seelsorgeamtes (Tarviser Straße 30, 9020 Klagenfurt), Telefon 0463/5877-2135, behelfsdienst@kath-kirche-kaernten.at erhältlich.