Um ein magdas LOKAL weltoffener

25.05.16 / 12:00

Das wird das magdas LOKAL auf dem Stauderplatz in Klagenfurt, das im Herbst eröffnet: eine Ausbildungsstätte für anerkannte Flüchtlinge sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Zugleich ensteht ein weltoffenes, urbanes Lokal im Upcycling-Design, in dem man heimische wie internationale Köstlichkeiten genießen kann. Betreiberin ist die Caritas Kärnten.

Bei der Pressekonferenz auf der Baustelle sprach Caritasdirektor Josef Marketz von der generell hohen Arbeitslosigkeit in Kärnten. Vor diesem Hintergrund engagiert sich die Caritas mit zwei aktuellen Projekten, wobei bei einem die Kärntner Bevölkerung - vorwiegend Frauen und Männer über 50 Jahre sowie Langzeitarbeitslose - die Zielgruppe ist. 40 Menschen bekommen pro Jahr eine Chance auf Integration in den Arbeitsmarkt in einem von einem Caritas-Unternehmen geführten Betrieb. Dabei arbeitet die Caritas eng mit heimischen Kooperationspartnern zusammen. 

Gestern aber präsentierte er ein Modellprojekt, mit dem man kreativ und innovativ zeigen werde, wie die Integration von Frauen und Männern mit Fluchthintergrund klappt. ,,Wenn man Menschen, die am gesellschaftlichen Rand und ohne Perspektive sind, die Chance gibt, ihre Talente und Fähigkeiten zu zeigen, dann stehen sie ihre Frau beziehungsweise ihren Mann.“ Dabei weiß Marketz, dass ,,Integration viel schwerer ist als viele annehmen". Ihm ist ebenso bewusst, dass nicht alles goutiert wird, was die Caritas macht, aber er ist überzeugt, dass es keine Alternative zur Integration gibt: ,,Wir müssen sie lebbar machen und gemeinsam leben."

In Klagenfurt erhalten zehn anerkannte Flüchtlinge bzw. Menschen mit Migrationshintergrund einen befristeten Arbeitsplatz. Das heißt, sie werden in magdas LOKAL nicht nur unter der Anleitung von fünf einheimischen Gastroprofis zu Koch- und Restaurantfachkräften ausgebildet, sondern erhalten neben der Vermittlung unserer Kultur und Werte auch Deutsch-Intensivkurse.

Bei magdas LOKAL arbeitet die Caritas eng mit dem Bistum Gurk zusammen. Finanziert wird der 400.000-Euro-Umbau des sanierungsbedürftigen Lokals vom Bistum Gurk, das ein zinsloses Darlehen in der Höhe von 200.000 Euro beisteuert, und der Caritas. Außerdem stellt das Bistum, das im Stift St. Georgen am Längsee einen Restaurant- und Hotelbetrieb betreibt, sein Know how für die Führung des Restaurants zur Verfügung. Diözesanbischof Alois Schwarz zeichnete im Zusammenhang mit magdas LOKAL das Bild des Hirten, der die am Rande stehenden heimatlosen und notleidenden Menschen auf gute Weideplätze führt: ,,Ich träume von einer neuen Stimmung für ein soziales Miteinander, Solidarität und Wertschätzung, die in diesem Lokal mitten in der Stadt entsteht.“

Bei magdas LOKAL handelt es sich um ein Social Business der Caritas, dessen oberstes Ziel die Lösung eines sozialen Problems ist und das sich aus den eigenen wirtschaftlichen Erfolgen und nicht aus öffentlichen Geldern finanziert. Spenden werden nur dann für magdas LOKAL verwendet, wenn sie extra dafür gewidmet sind. Die Marke magdas gab es bisher nur in Wien, u. a. als magdas Hotel. magdas Social Business-Geschäftsführerin Mag. Gabriela Sonnleitner aus Wien: ,,Hier handelt es sich um kein Sozialprojekt, sondern um ein Social Business. Bei magdas kommen die Leute, weil sie gut speisen und im Lokal eine lässige, urbane, weltoffene Atmosphäre erleben wollen.“

Die Caritas wird magdas LOKAL in Form einer gemeinnützigen GmbH führen, deren Trägerin sie zu 100 Prozent ist. Mit einer im Juni startenden Crowdfunding-Kampagne erhofft man sich finanzielle Unterstützung für die Einrichtung und Ausstattung des Lokals. Geplant ist ein spannendes Restaurant im Upcycling-Design, das von den Klagenfurter Architekten Stefanie Murero und Beppino Bresciano gestaltet wird. In den Caritas-Werkstätten Martin und Florian, in denen Menschen mit Behinderung arbeiten, werden (gespendete) Möbel aus Caritas-Beständen upgecycelt, also mit viel Liebe wieder auf Vordermann gebracht und veredelt. Auf der Speisekarte stehen Kärntner Spezialitäten wie internationale Köstlichkeiten. magdas LOKAL wird auch dank seiner Bühne ein interkultureller Ort der Begegnung mit einem interessanten und anspruchsvollen (Kultur-)Programm sein. Für Projektleiterin  Christina Staubmann ist das Lokal eine Bereicherung für bestehende ,,Gastronomie- und Tourismusbetriebe, die dann bestens ausgebildetes Personal übernehmen können“.