Ausgleich zwischen Arm und Reich

25.05.16 / 15:43

Bei der Landtagsenquete sprach unsere kaufmännische Geschäftsführerin Marion Fercher über neue Perspektiven und verbesserte Lebensbedingungen, die in den ärmsten Ländern der Welt geschaffen werden müssen. Sie befand sich mit ihren Forderungen in gleichgesinnter Gesellschaft von hochrangigen Sprechern und Vertretern von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

Marion Fercher wies in ihrer Rede auf den Zusammenhang von Entwicklungszusammenarbeit und Flüchtlingsbewegung hin: „Menschen brauchen Perspektiven, das ist nicht nur in Kärnten so, sondern auf der ganzen Welt. Die beste Prävention von Migration ist es, lebenswerte Lebensbedingungen zu schaffen. Wenn man seine Familie nicht erhalten kann, da man keine Arbeit findet, sucht man nach neuen Perspektiven in anderen Ländern. Man flüchtet.“

Fercher betonte die Wichtigkeit Solidarität zu leben: „Wir dürfen in Österreich dankbar sein, dass wir ein Sozialsystem haben, das einen Ausgleich schafft zwischen Arm und Reich. Armut gibt es auch bei uns, aber sie ist nicht vergleichbar mit der Armut z.B. in einem Slum von Nairobi, Kenia. Deshalb braucht es auch hier einen Ausgleich zwischen den reichen Ländern und jenen Ländern des Südens, die unter großer Armut leiden. Man spricht von Entwicklungszusammenarbeit.“

Sie forderte eine Erhöhung der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit, um Menschen Perspektiven vor Ort zu bieten: „Außerdem braucht es Politikkohärenz, denn man darf nicht die Entwicklung von Ländern durch eine ungerechte Wirtschafts- oder Umweltpolitik konterkarieren. Es gibt nur diese EINE Welt und es liegt an uns, fair miteinander umzugehen und für eine gerechte Verteilung zu sorgen.“

Landeshauptmann Peter Kaiser referierte als Vorsitzender des Entwicklungspolitischen Beirates. Er erinnerte daran, dass die Forderungen von der Gründung vor 25 Jahren noch heute Aktualität besitzen. Auch Landtagspräsident Reinhart Rohr betonte, wie wichtig es wäre, Herausforderungen – auch im eigenen Land – frühzeitig zu lösen.

Werner Wintersteiner von der Alpen-Adria-Universität referierte zum Thema „Niemand ist eine Insel“ und Heinz Hödel als Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission sprach über Trends in der Entwicklungszusammenarbeit. Jürgen P. Wirnsberger vom Studiengang Architektur und Erfied Malle vom Verein SONNE International präsentierten Projekte in Äthiopien und Südafrika.

Die Wichtigkeit des Themas unterstrichen die Besucher Superintendent Manfred Sauer, Landtagspräsident und Landesrat Rolf Holub, die Landtagspräsidenten Rudolf Schober und Josef Lobnig, die Klubobleute Barbara Lesjak und Herwig Seiser, Gemeindebundpräsident Peter Stauber, Martina Rattinger vom Kärntner Verbindungsbüro in Brüssel sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Ämter, Behörden und Institutionen.