So wirkte die Caritas

01.07.16 / 08:58

Der Wirkungsbericht 2015 zeigt das vielfältige Schaffen der Caritas Kärnten und legt auch offen, wohin die rund 2,9-Millionen-Euro-Spendengelder der Hilfsorganisation fließen.

Die Not hat viele Gesichter: die alleinerziehende Mutter, die die Miete nicht zahlen kann; der junge Mann, der auf der Flucht vor dem Krieg vor dem Nichts steht; das drogenabhängige Mädchen, das selbst keinen Ausweg aus der Sucht findet; die kranke Frau, die die Angehörigen nicht länger alleine zu Hause betreuen können; die Kinder in den Slums von Nairobi, die hungern müssen;

Die Caritas Kärnten hilft Menschen in allen Lebenslagen. Und: ,,Ihre Spende kommt direkt bei den Betroffenen an“, sagt Caritasdirektor Josef Marketz mit Blick auf den Wirkungsbericht 2015. Dieser legt offen, wohin genau die rund 2,9-Millionen-Euro-Spendengelder fließen und zeigt die mannigfaltige Wirkung der Hilfsorganisation. Die Caritas ist aber auch ein Dienstleistungsunternehmen in den Bereichen Pflege, Menschen mit Behinderung, Schulen und Kinderbetreuung. 1200 hauptamtliche und rund 600 freiwillige MitarbeiterInnen arbeiten für sie. ,,Rund 38 Millionen Euro haben wir im Jahr 2015 zum Wohle von Menschen eingesetzt“, berichtet die kaufmännische Geschäftsführerin Marion Fercher. Die Verwaltung sei mit 3,2 Prozent der Mittel ,,schlank“.

Allein in der Sozialberatung gab es im Jahr 2015 23.400 Kontakte, rund 3800 AntragstellerInnen wurde geholfen. Das ist ein Plus von 21 Prozent gegenüber 2014. ,,Die Menschen haben Probleme, ihre Mieten zu zahlen. Vielen fehlt das Geld, um ausreichend Lebensmittel einkaufen zu können. 2500 Kinder sind von der Armut ihrer Eltern mitbetroffen. Diese Entwicklung hat sich 2015 weiter verschärft,“ schlägt Marketz Alarm. 377.000 Euro – davon 62 Prozent an Inländer – wurden in der Sozialberatung an Hilfen ausbezahlt.

2015 war die Caritas in der Flüchtlingsfrage besonders gefordert. Als im September der Flüchtlingsstrom über die Balkanroute auch Kärnten erreichte, wurden drei Notquartiere vom Roten Kreuz in Klagenfurt und Villach aufgebaut. Die Caritas versorgte mit 811 ehrenamtlichen HelferInnen rund 45.000 Menschen auf ihrer Flucht vor allem mit Kleidung und Hygieneartikeln. Dank der spendenfreudigen Bevölkerung sammelte die Caritas 80 Tonnen Kleidung. Die Anzahl der hauptamtlichen MitarbeiterInnen wurde von zwei auf zehn Menschen aufgestockt. ,,Die Integration von einigen Tausend Flüchtlingen, die in Kärnten geblieben sind, macht vielen Angst und droht unsere Gesellschaft zu spalten“, ist Marketz in Sorge. Die Caritas wirke dem mit Menschlichkeit und konkreten Maßnahmen entgegen, wie mit magdas LOKAL - einem Social Business der Caritas und einer Ausbildungsschmiede für anerkannte Flüchtlinge -, das im Herbst eröffnet.

Im Jahr 2015 wurden knapp 600.000 Euro im Bereich Asyl, Migration und Integration aufgewendet, der Großteil davon durch Spenden. Im Inland wurden mehr als 1,8 Millionen Euro für Menschen in finanzieller und/oder seelischer Not aufgebracht. ,,Auch hier ist ein Großteil nur durch Ihre Spenden möglich“, dankt Fercher allen KärntnerInnen von Herzen, die die Caritas unterstützen.

Den gesamten Wirkungsbericht 2015 samt Jahresrechnung finden Sie hier.