Musik als Brücke zwischen Jung und Alt

09.05.17 / 14:40

Foto: Hafner/Büro Prettner

Beim Singen bekannter Volkslieder mit SchülerInnen blühten die BewohnerInnen des Altenwohn- und Pflegeheimes ,,Haus Theresia“ richtig auf. Berührende Abschlusspräsentation des Projektes ,,Wir - Generationen verbinden“ im Amthof in Feldkirchen.

Aus kräftigen, fröhlichen Kinder- und leiseren Erwachsenenkehlen erklangen im ,,Haus Theresia“ in Feldkirchen immer donnerstags bekannte Volkslieder, wie ,,Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Dazu hörte man Triangel, Xylophon, Rasseln & Co. Denn die Schülerinnen und Schüler der hiesigen Volksschule 1 kamen seit Oktober 2016 einmal in der Woche in abwechselnder Begleitung der Lehrkräfte Anja Rindler, Brigitte Holzmann und Erich Dorfer in das Altenwohn-und Pflegeheim, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern zu musizieren. Anlass dafür bot das Projekt ,,Wir - Generationen verbinden“, das von Jugend- und Seniorenreferentin Landeshauptmannstellvertreterin Beate Prettner initiiert und von der ,,neuebuehnevillach“ als ,,Theater der Generationen“ mit vier Schauplätzen entwickelt wurde. Einer davon ist das Haus Theresia, das das Thema ,,Erinnerung“ bekam. Denn Musik kann dabei helfen, Erinnerungen wach werden zu lassen. Für andere Heime wurden mit Tanz, Theater und Schreiben weitere künstlerische Mittel angewendet, um Jung und Alt zusammenzuführen.

,,Das Besondere ist das Generationenübergreifende, dass Kinder mit älteren Menschen etwas tun können und umgekehrt. Weil es keine Großfamilien mehr gibt, kommt das heutzutage viel zu selten vor. Es ist wichtig, dass die jungen zu den älteren Menschen einen Bezug haben und umgekehrt“, sagt Dagmar Wurzer als künstlerische Leiterin des Projektes in Feldkirchen. Waren die Kinder anfangs im Umgang mit den BewohnerInnen des ,,Haus Theresia“ ,,ein bisserl verschreckt, besorgt und zurückhaltend“, wie es Lehrer Dorfer beschreibt, so haben sie ,,nach mehreren Feedbackrunden“ und im Laufe der Besuche jegliche Scheu verloren und mit den SeniorInnen voller Begeisterung gesungen, gelacht und geklatscht – quasi Verbindungen und Brücken zu ihnen gebaut.

Die Begegnung mit den jungen hat aber auch den alten, oft kranken Menschen gutgetan. Barbara Wohlgemuth, die administrative Leiterin des ,,Haus Theresia“, sagt: ,,Der wöchentliche Gesang mit den Schülerinnen und Schülern war ein echtes Highlight im Alltag unserer BewohnerInnen. Sie haben sich auf die gemeinsame Zeit sehr gefreut und blühten bei jedem Treffen richtig auf.“

Im Zuge des Projektes ist ein Film entstanden, der bei der Abschlusspräsentation am 4. Mai 2017 im Amthof gezeigt wurde. Sozialreferentin Prettner, Bürgermeister Martin Treffner, Caritasdirektor Josef Marketz, Anna Moser als Projektkoordinatorin seitens des Landes, Volksschuldirektorin Margot Stern-Isak und Eva Maria Malle als Bereichsleiterin für Stationäre Pflege und Betreuung waren beeindruckt. Denn der Film brachte klar zum Ausdruck, welchen positiven Einfluss vertraute Musik auf das Gemüt und die motorischen sowie kognitiven Fähigkeiten der Menschen nimmt. Es war imposant zu sehen, wie sich eine demenziell erkrankte Bewohnerin auf einmal aufrichtete, die Hand eines Schülers nahm und anfing loszureden. Zum Abschluss stimmten alle – SchülerInnen, HeimbewohnerInnen und Gäste – das Lied ,,In die Berg bin i gern“ an. – Ein sehr berührender Moment.

  • © Hafner/Büro Prettner

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