Stellungnahme der Caritas zur Abschiebung einer Familie aus Tadschikistan

26.03.18 / 07:16

Wir verstehen die Eltern mit ihren vier Kindern und die freiwilligen BegleiterInnen sehr gut, teilen deren Enttäuschung und Ohnmachtsgefühl.

Wir bedauern sehr, dass die jahrelange, sehr engagierte, freiwillige Integrationsbegleitung ins Leere geführt hat. Dabei waren die Perspektiven in diesem Fall besonders positiv – in Richtung Schule, Kindergarten, Deutschkenntnisse. Ja, es gab sogar eine fixe Arbeitszusage für den Familienvater.

Vor diesem Hintergrund richten wir einen Appell an die politisch Verantwortlichen, die individuelle Situation der Betroffenen für eine Entscheidung heranzuziehen, letztlich auch Menschlichkeit und Humanität walten zu lassen und, wie von Kardinal Christoph Schönborn eingefordert, Humanitäres Bleiberecht zu ermöglichen.

Allein unsere eigene Erfahrung mit asylberechtigten Menschen, die in unserem magdas LOKAL in Mangelberufen ausgebildet werden, bestätigt den volkswirtschaftlichen Nutzen.

Wir, die Caritas Kärnten, bieten Integrationsbegleitung für Menschen an. Wir sind keine Verfahrensbegleiter, wir haben keine Rechtsberatung und können daher das Verfahren im Detail nicht beurteilen und begleiten. Wir gehen davon aus, dass die rechtsstaatlichen Prinzipien bzw. Gesetze in den Verfahren eingehalten werden. Trotzdem appellieren wir an die Politiker, Nächstenliebe und Menschlichkeit im Auge zu haben, um Talente von integrationswilligen Menschen zum Wohle aller zum Entfalten zu bringen.

Caritasdirektor Josef Marketz