Auf Spurensuche nach dem Sinn des Lebens

30.05.18 / 10:09

Dass das gemeinsame Singen Freude macht und wertvolle Kräfte entwickelt, erfuhren die BesucherInnen der „Lange Nacht der Kirchen“ in der Bürgerspitalkirche in Klagenfurt. Menschen aus unterschiedlichsten Berufen erzählten, was ihr Leben wertvoll macht.

Von Weitem schon hörte man die Glocke der Bürgerspitalkirche in Klagenfurt, die am Freitag, 25. Mai 2018, um 17.50 Uhr zum Caritas-Programm im Rahmen der „Lange Nacht der Kirchen“ läutete. Zehn Minuten später, als Michaela Auer-Welsbach und Marlene Zwanzger die vielen BesucherInnen auf eine „Reise des heilsamen Singens“ mitnahmen, da war sie alsbald zu spüren – die Freude, die sich in den Herzen der Beteiligten beim gemeinsamen Gesang breitgemacht hat.

Es lag aber auch noch etwas Anderes in der Luft – die Lust am Experimentieren. Im Gepäck hatten die beiden Caritas-Mitarbeiterinnen neben etlichen Liedern und dazu passenden Texten zu bestimmten Lebenssituationen nämlich auch die Einladung an die Gäste, so zu singen, wie es ihnen gefällt, denn: „Es gibt kein richtig oder falsch, nur Variationen! Alles ist erlaubt, lauter werden, leiser, langsamer, schneller!“ So kamen die „Reisenden“ also in Fahrt, sangen „chantartig“ Lieder, die etwa Selbstwert und Selbstliebe oder den Mut zu Abschied und Neubeginn förderten.

Heilende Kräfte, berührende Erzählungen

Als das „Sing together“ um 19 Uhr dem darauffolgenden Programm die Hand reichte, berichteten manche TeilnehmerInnen von der wundervollen Erfahrung, dass das Singen gutgetan habe, ja in manchen Fällen sogar fast heilende Kräfte spürbar gewesen seien. Später beantworteten elf Menschen berührend und authentisch die Frage „Wofür lebe ich?“ auf unterschiedlichste Weise. – Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, aus unterschiedlichen Berufen, mit unterschiedlichen Konfessionen. Dazwischen ,,würzte“ Karin Teichmann-Klune, die bei der Caritas Kärnten für die Seelsorge zuständig ist, den Abend mit Texten über den Sinn des Lebens.

Die Sinnfrage

Der Theologe Georg Haab überzeugte die BesucherInnen mit der Feststellung, dass die kleinen, lebensspendenden Dinge den Sinn des Lebens ausmachen, während Sozialarbeiterin Anna Kurasch den Sinn ihres Lebens im Helfen, im Dasein für andere gefunden hat. Unsere Diplom-Sozialbetreuerin Christine Sadnek erinnerte sich an ihren Hochzeitsspruch, der die Liebe ins Zentrum ihres Lebens gestellt hat. Caritas-Mitarbeiter Karl Stauder erzählte von intensiven Erfahrungen als Begleiter von Angehörigen von Verstorbenen und der Gewissheit, „dass Gott in jedem Leid trägt und hält“. Der Seelsorger Stanislaus Adlaßnig, der in der Ausbildung zum Diakon steht, berührte die Herzen der ZuhörerInnen mit seiner einfachen, erfrischenden Art als pensionierter Landwirt. Ähnlich wie Fini Wieser als ehemalige Hauptamtliche der Caritas, die gelernt hat, Gott von Herzen zu vertrauen, ist er davon überzeugt, „dass Gott uns durch alle Krisen des Lebens hindurch zum Guten führt“. Die junge Generation – Jürgen Slapnig, Sabine Grill und Martin Schlosser – beeindruckte durch ihren festen Glauben an Jesus Christus, der die Mitte ihres Lebens geworden ist. Alois Eder erzählte von der wunderbaren Begegnung mit seiner jetzigen Frau und belebte den Abend mit Lobpreisliedern.

Musik und Kulinarik

Stimmgewaltig und bühnenreif gaben Marlene Zwanzger und Dominik Werginz – letzterer wurde von Charly Bergmann auf der Ziehharmonika begleitet – dem Abend eine entspannte und abwechslungsreiche Note. Die gebürtige Kolumbianerin Beatriz Tributsch begeisterte nicht nur mit ihrer Erzählung aus ihrem bikulturellen Leben die BesucherInnen, sondern auch mit selbstgebackenen Empanadas und dem Ausschenken von Sangria im Innenhof der Bürgerspitalkirche. Der war trotz kurzzeitigen Regenschauers gut besucht. Viele Gäste werden den Abend wohl in schöner Erinnerung behalten.

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