Ein Gipfel-Sieg für wohnungslose Menschen

08.10.18 / 09:43

Am Sonntag (7. Oktober 2018) um elf Uhr standen Heimo Neumaier, Katrin Goriupp und Alina Schreib vor dem Gipfelkreuz des Großglockners in 3798 Metern Seehöhe und lachten in die Facebook-Kamera. „Die Haxn tun a bisserl weh, aber es geht. Wir sind am Dach Österreichs. Höher hinaus geht nicht, es war eine grandiose Tour“, freute sich Heimo. Das sportliche Trio hat – an 25 Wandertagen quer durch Österreich – 650 Kilometer, 13.000 Höhenmeter oder etwa eine Million Schritte „abgespult“ für Menschen, die ganz unten sind und auf dem Weg nach oben Hilfe brauchen: für wohnungslose Männer und Frauen.


Ein No-Go in einem reichen Land wie Österreich
Heimo ist als Student der Sozialen Arbeit, ehemaliger Zivildiener einer Notschlafstelle der Caritas und Initiator dieser Aktion überzeugt: „In einem reichen Land wie Österreich darf Wohnungslosigkeit überhaupt kein Thema sein.“ Klar sei bei der Tour öfters der Punkt gekommen, an dem man dachte, „ich kann nicht mehr, aber da beißt man durch“ (Heimo), weil es „das Problem der Obdachlosigkeit gibt, wir es aufzeigen wollen“ (Katrin) und, weil „es jeden treffen kann. Jeder kann auf der Straße landen“ (Alina).  


3333 Übernachtungen finanzieren

Um auf die Situation von wohnungslosen Menschen in Österreich und Kärnten aufmerksam zu machen und Spenden für 3.333 Übernachtungen in Notschlafstellen in ganz Österreich zu sammeln, gingen die Studentinnen und der Student von Apetlon (114 Meter Seehöhe) im Burgenland bis zum Gipfel des Großglockners, also vom tiefsten bis zum höchsten Punkt Österreichs. Sie wateten durch den Neusiedler See, nahmen Blasen, Wadenkrämpfe und Wetter-Unbill in Kauf. Im Gegenzug bekamen sie viel geschenkt – schöne Erlebnisse, herzliche Begegnungen und Unterstützungsbekundungen aus dem ganzen Land.
Heimo & Co berichten von vielen Mitwanderern und Mitwanderinnen, die sie ein Stück des Weges begleiteten; von Kindern, die ihr Taschengeld in die Sammelbox warfen und spendeten und von Bürgermeistern, die sich stolz mit den Wandersleuten vor den jeweiligen Ortstafeln fotografieren ließen. Darüber hinaus trugen bzw. tragen Radio, Fernsehen und Print- wie Onlinemedien ihr Anliegen mit vielen Berichten in die Öffentlichkeit.


Herzliches Danke an alle UnterstützerInnen
In drei Tagesetappen –  Innerkrems-Spittal, Spittal an der Drau-Greifenburg, Greifenburg-Lienz – ging es durch Kärnten. Heimo, Katrin und Alina haben im Pfarrhof in Spittal und im Gasthof Post in Greifenburg übernachtet; in der Cantina Mexicana sowie im Hotel Post in Spittal und im Gasthof Post in Greifenburg gespeist. Ein herzliches Dankeschön an alle, die das möglich gemacht, und an alle, die Heimo & Co in irgendeiner Weise geholfen und unterstützt haben.


Von der Hitze in den Schnee
„Um die Füße zu schonen“, sind die Sportlerinnen und der Sportler in Osttirol, also von Lienz bis Huben, „gemütlicher gegangen“.  Am Samstag (6. Oktober) wanderte das Trio bei regnerischem Wetter vom Lucknerhaus zur Stüdlhütte in 2801 Metern Seehöhe. Für den Glocknergipfel-Tag am Sonntag sei von einem Meter Neuschnee über Wind bis Sonnenschein laut Vorhersage der letzten Tage ziemlich alles drin gewesen, so Heimo. Er, Katrin und Alina haben es aber ,,wettertechnisch recht gut erwischt. Es war leicht ,angezuckert´ und recht angenehm zu gehen“. Kurz vor sieben Uhr waren die drei mit Freunden, Bekannten, Familienmitgliedern und sechs Bergführern von der Stüdlhütte in Richtung Gipfel aufgebrochen. Wie es sich anfühlt, ganz oben zu stehen? ,,Weltklasse! Super, dass wir es geschafft haben.“


Bitte um Spenden
Das Trio hat zum Abschluss seines sinnstiftenden Abenteuers zwei große Wünsche. – Zum einen, „dass alle obdachlosen Menschen diese große Herzlichkeit erfahren, mit der wir überall empfangen wurden“ und zum anderen, dass auch seine Mission in Erfüllung geht. Das Spendenziel –  50.000 Euro – ist noch nicht erreicht. Unterstützt werden kann das Anliegen von Heimo, Katrin, Alina und der Caritas sehr einfach:

Spenden Sie bitte hier online
oder per Überweisung:
Erste Bank IBAN: AT23 2011 1000 0123 4560
Kennwort: Heimo geht