Helfen im Lånd - Caritas bittet um Spenden für die Inlandshilfe

12.10.18 / 15:11

Ab kommendem Montag heißt es im carla+ Villach hereinspaziert: Ursula Luschnig, Christina Staubmann und Josef Marketz öffnen die Türen zum Auftakt der diesjährigen Inlandskampagne

Mit einem eindringlichen Appell an die Solidarität der Gesellschaft und an die Politik startet die Caritas ihre aktuelle Kampagne für Menschen in Not in Österreich.

„Wir dürfen uns mit der Armut in unserem Land nicht einfach abfinden!“, betonte Kärntens Caritasdirektor Josef Marketz angesichts von 62.000 armutsgefährdeten KärntnerInnen beim diesjährigen Auftakt zur Caritas-Inlandskampagne im neu renovierten „carla“ (Caritas-Laden) in Villach. „Mit der langsam spürbar werdenden Kälte lenken wir traditionell wieder den Blick auf die Nöte in unserem Land und bitten die Kärntnerinnen und Kärntner um ihre Solidarität und um Spenden, damit wir unsere Hilfsangebote auch weiterhin aufrechthalten können.“

Frauen im Blickpunkt
Zahlen der Statistik Austria – berechnet nach EU-SILC – zeigen, dass insgesamt 1,2 Millionen Menschen in Österreich von Armut betroffen oder armutsgefährdet sind – das ist jeder Siebte! Männer, Frauen und erschreckend oft auch Kinder, für die ein leerer Kühlschrank häufig Realität ist. Am stärksten von Armut betroffen sind Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose und Kinder. Die Caritas nehme heuer  besonders die Frauen in den Fokus, sagte Marketz vor dem Hintergrund folgender Fakten: Frauen bekommen weniger Pension und sind auch jene, die überwiegend die Ausgleichszulage in Anspruch nehmen müssen. Frauen über 65 Jahre haben das geringste Jahreseinkommen. Alleinerzieherinnen trifft es mit durchschnittlich 20.000 Euro Jahresnettoeinkommen besonders hart. Von 144.000 AlleinerzieherInnen sind 131.000 Frauen. In der Caritas Kärnten ist der Anteil der weiblichen Antragsstellerinnen um 5,38 Prozent gestiegen (von 1.060 auf 1.117 Frauen).

Sparstift trifft die Betroffenen
Armut könne Ursache, aber auch Folge für psychische Erkrankungen sein, betonte „Menschen  in Krisen“-Bereichsleiterin Ursula Luschnig. Über 4.700 Menschen haben 2017 in den Lebensberatungsstellen in Klagenfurt, Villach, Spittal/Drau, St. Veit und Wolfsberg Hilfe gesucht. –  Allein heuer bis Ende September 3.400 Menschen, 64 Prozent davon Frauen. Luschnig ist angesichts der achtprozentigen Kürzung der Bundesförderung alarmiert. Denn schon jetzt befänden sich 250 Menschen auf der Warteliste: „Eine schnelle Hilfe ist entscheidend, dass sich Probleme nicht verfestigen und die Hilfesuchenden wieder Lebensmut schöpfen.“


carla & carla+
13.000 KärntnerInnen können sich keine neue Kleidung leisten – an sie alle richtet sich das Angebot der carlas, über Gutscheine kostenlos qualitätsvolle Kleidung zu beziehen. Die Gutscheine können über die Sozialberatung angefordert werden. „Es ist uns wichtig, dass wir unseren Kundinnen und Kunden ein schönes Einkaufserlebnis zuteilwerden lassen“, erklärte Christina Staubmann im Zuge der Neueröffnung des carla Villach in der Rathausgasse6/Karlgasse 3. Die „Bereichsleiterin für Beschäftigung und Betriebe“ in der Caritas Kärnten ist stolz auf die Neugestaltung des Shops, der ab kommender Woche allen Villacherinnen und Villachern von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr offensteht. Diese können hier zu sehr günstigen Preisen Second-Hand-Waren kaufen. Die Erlöse aus dem Verkauf fließen in die Hilfsangebote der Caritas im Inland.

Erstmals die Pforten öffnet auch der carla+ in der Widmanngasse 25-27 in Villach. Hier werden speziell aufbereitete Waren und Produkte aus Caritas-Einrichtungen angeboten. Der liebevoll gestaltete Laden im Vintage-Stil soll vor allem auch Infopoint zu allen Belangen in der Caritas sein. Mit carla und carla+ wolle man ein nachhaltiges Zeichen in Zeiten der Wegwerfgesellschaft setzen.  

Helfen im Lånd
„Heuer setzen wir als Caritas unter dem Motto ‚Helfen im Lånd‘ in den kommenden Wochen mehrere Impulse und laden die Menschen auf ganz vielfältige Weise ein, sich zu beteiligen, sich mit uns auf den Weg zu machen und an einer solidarischen Gemeinschaft zu bauen“, verriet  Marketz. Von der „Aktion Kilo gegen Armut“ der youngCaritas, bei der lang haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel für Menschen in Not gesammelt werden, bis hin zu einer Begegnungswoche in Spittal, ist das Programm so bunt wie die Hilfsangebote der Caritas.

Die Caritas ist für armutsbetroffene Menschen oft die letzte Anlaufstelle, wenn es alleine nicht mehr geht“, weiß Marketz. Um weiterhin vielfältig helfen zu können,  ist sie dringend auf Spenden angewiesen. Marketz: „Bitte unterstützen Sie uns, denn ein kleiner Beitrag von Ihnen bedeutet einen großen Unterschied für Familien in Not in Kärnten. Danke!

Spenden werden dringend erbeten auf das Spendenkonto der Caritas Kärnten
Kärntner Sparkasse
IBAN: AT40 2070 6000 0000 5587
Spendenzweck: Inlandshilfe
   

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