Notrufnummer 0463/39 60 60: Caritas startet am 1. November mit dem Kältetelefon

29.10.18 / 14:25

Stellen Sie sich vor, eine Parkbank wäre Ihr Schlafzimmer. Es ist kalt. Zeit, Obdachlosen zu helfen. Über das Kältetelefon der Caritas Kärnten und unter der neuen Notrufnummer 0463/39 60 60 ist das ab 1. November 2018 ganz unkompliziert möglich. Um wohnungslosen Menschen gemäß ihrem Motto „Helfen im Lånd“ in Kärnten wirksam helfen zu können, bittet die Caritas um Geld-, Zeit- und Sachspenden.

Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, liegen oft zusammengekauert auf einem Stück Pappkarton auf dem gefrorenen Boden und leiden bitter unter der eisigen Kälte. „Für Männer und Frauen, die im Freien schlafen, wird das Leben in der kalten Jahreszeit zum täglichen Kampf. Niemand soll auf Kärntens Straßen erfrieren“, sagt Caritasdirektor Josef Marketz. Die Hilfsorganisation bündelt daher sämtliche Kräfte und nimmt ihr Kältetelefon mit 1. November 2018 wieder in Betrieb. Denn: Hilfe ist größer als Armut (Hilfe>Armut).

Neue Nummer für den Notfall

Das Kältetelefon ist unter der neuen Notfallnummer 0463/39 60 60 sieben Tage die Woche von 20 Uhr abends bis sechs Uhr morgens bis voraussichtlich Ende März erreichbar. Katrin Starc als Caritas-Zuständige für das Kältetelefon und Leiterin der Wohnungslosentagesstätte „Eggerheim“ bittet alle Kärntnerinnen und Kärntner, die Nummer 0463/39 60 60 gleich ins Handy einzuspeichern und ausschließlich im Notfall anzurufen: „Viele PassantInnen wollen helfen, wissen aber nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn sie im Winter das Schlaflager eines akut wohnungslosen Menschen sehen. Wir helfen ihnen gerne beim Helfen.“ Starc wird beim Kältetelefon von einem multiprofessionellen Caritas-Team aus MitarbeiterInnen der Sozialberatung und der Wohnungslosentagesstätte „Eggerheim“ in Klagenfurt unterstützt.

Kärntenweit vernetzt

Um Kälteopfern in Kärnten helfen zu können, hat sich die Caritas mit Städten, Gemeinden, Polizei, dem Roten Kreuz, Samariterbund und mit Pfarren vernetzt. „Geht beim Kältetelefon ein Anruf ein, dann beraten wir telefonisch, rücken gegebenenfalls in Klagenfurt selbst zur Hilfe aus oder schließen uns mit unseren Kooperationspartnern in Villach, Wolfsberg, Spittal und Hermagor kurz, die dann die weiteren Schritte zur Hilfe veranlassen beziehungsweise selbst vornehmen“, so Starc. Nach wie vor gelte: „Bei allen medizinischen Notfällen muss die Rettung unter 144 verständigt werden.“

Boxen mit winterfesten Schlafsäcken

Ein Anruf beim Kältetelefon kann eine echte Überlebenshilfe sein. Starc: „Denn wohnungslose Menschen werden – sofern von ihnen gewollt – in ein Notquartier gebracht oder zumindest mit warmer Kleidung und winterfesten Schlafsäcken versorgt und über andere Hilfsangebote beraten.“ Zudem gäbe es in den Bezirken Villach/Land (Pfarre Weißenstein), Feldkirchen (Stadtpfarrkirche Maria im Dorn) und Völkermarkt (Kapitel- und Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena) heuer erstmals Boxen mit Schlafsäcken und Informationsmaterial über die Caritas-Wohnungslosentagesstätte „Eggerheim“ in Klagenfurt, in der Menschen ohne Wohnsitz tagsüber betreut werden.

Bitte um Sach-, Zeit- und Geldspenden

Damit die Caritas wohnungslosen Menschen helfen kann, bittet sie um Sachspenden, wie winterfeste Schlafsäcke, Isomatten, warme Decken und Wintergewand. Sie können im Oktober von 8 bis 16 Uhr und ab November von Montag bis Sonntag von 8 bis 18 Uhr im „Eggerheim“ in der Kaufmanngasse 6 in Klagenfurt abgegeben werden. Außerdem werden freiwillige KöchInnen gesucht, die den wohnungslosen Menschen ein Mittagessen zubereiten. Nähere Auskünfte zu Zeit- und Sachspenden erteilt man im Eggerheim während der Öffnungszeiten: 0463/55 5 60-37. Um das Kältetelefon und die Hilfsangebote für Wohnungslose finanzieren zu können, ist die Caritas aber auch dringend auf Geldspenden angewiesen. Caritasdirektor Marketz dankt allen SpenderInnen: „Wie wohltuend ist eine kleine Geste der Solidarität, wenn Einsamkeit und Kälte zuschlagen. Bitte unterstützen Sie uns!“