„Mein Leben ist wieder wertvoll und schön!“

13.11.18 / 15:15

In der Sozialberatung der Caritas Kärnten wird Menschen in verschiedensten Notlagen mit finanziellen und beratenden Mitteln geholfen. Die Unterstützung reicht von finanziellen Überbrückungshilfen bis hin zu intensiver Begleitung und Beratung durch unsere SozialarbeiterInnen. Mandica Petras ist eine von 3.200 BesucherInnen unserer Sozialberatungsstellen im Jahr 2017. Sie erzählt uns gerne ihre Geschichte: Über das Gesicht der Mittvierzigerin huscht ein helles, gewinnendes Lächeln: „Hier ist er“, sagt sie und holt – sehr vorsichtig – den Gutschein einer Tankstelle hervor, so, als wäre er aus purem Gold. „Ich habe ihn von der Caritas Kärnten erhalten. Und der hat mir wohl das Leben gerettet!“

Hört man die Krankengeschichte der ehemaligen Fließbandarbeiterin eines großen Produktionsbetriebes, versteht man nach und nach: In Mandicas Körper befinden sich etliche künstliche Röhrchen, die nunmehr viele ihrer kranken und sich zum Teil auflösenden Venen ersetzen. Es ist eine seltene Krankheit, die Mandica seit Weihnachten 2009 fest im Griff hält. Im Vorjahr, wieder zur Weihnachtszeit, musste sie dringend nach Innsbruck in die Universitätsklinik zu einer weiteren Untersuchung.

„Ich war damals so verzweifelt, weil ich nicht wusste, wie ich die Dieselkosten für diese außertourliche Fahrt zahlen sollte.“ Mandica stammt ursprünglich aus Kroatien. „Ich habe keine Familie hier, die ich um Hilfe bitten kann.“ Das Einkommen der Arbeiterin in Frühpension fällt nicht sehr hoch aus „Die Jahre, die ich in Kroatien gearbeitet habe, konnten mir hier nicht angerechnet werden.“ Ihre Tochter (20) und der ebenfalls kranke Mann konnten sie damals finanziell nicht unterstützen.

„Im Krankenhaus habe ich von der Caritas erfahren. Ich nahm meinen Mut zusammen und bin hingegangen.“ Sozialarbeiterin Bianca Schwager hörte sich Mandicas Geschichte an. „Sie hat mich verstanden und wir haben einen Antrag ausgefüllt.“ Ausgestattet mit einem Gutschein von einer Tankstelle, finanzierte Mandica die Fahrt nach Innsbruck, die sich im Nachhinein als überlebenswichtig herausstellte. „Ich musste wieder operiert werden. Damals dachte ich nicht, dass ich es schaffen kann, aber ich lebe noch immer!“

Und wenn man mit Mandica über die guten Tage und ihre Pläne spricht, erfährt man von ihrem starken Lebenswillen und ihre Lebensfreude und von ihren Plänen, in die alte Heimat zu reisen. An guten Tagen geht sie spazieren, hilft ihrem Mann beim Kochen für die Familie und freut sich über die Stunden, die sie mit ihrer Tochter verbringt. „Dann spüre ich, mein Leben ist wertvoll und schön!“

Das Angebot, ihre Identität zu anonymisieren, lehnte Mandica übrigens ab: „Ich freue mich, hier meine Geschichte erzählen zu dürfen. Wenn ich dazu beitragen kann, dass die Caritas dadurch Spenden bekommt und auch anderen Menschen in Not helfen kann, dann habe ich etwas zurückgegeben! Das ist es doch schließlich, worum es geht!“

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