Herzenswünsche wurden wahr

27.12.18 / 08:08

Alle Jahre wieder: Die Vorweihnachtszeit stand in der Caritas Kärnten ganz im Zeichen des Adventkalenders des Netzwerkes „Verantwortung zeigen“. Kärntner Unternehmen engagier(t)en sich auch heuer für die gute Sache und erfüll(t)en 13 Wünsche unserer Einrichtungen. Wir sagen DANKE!

Ungezwungenes Plaudern bei internationalen Köstlichkeiten - Philips & Flüchtlingshilfe

Die Einladung gleich beim Empfang bringt die Gäste auf den Geschmack: „Bitte koste dich durch alle Köstlichkeiten, die am Buffet stehen!“ Im großen Vortragssaal in unserer Zentrale steht eine große Tafel, um die viele Menschen sitzen – Familien aus Afghanistan, dem Irak und dem Iran. Und dazwischen Thomas, Martina, Verena, Roland, Ingrid, Sabine, Franz und Sylvia, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Philips Austria.

Das Firmenteam hat den Besuch liebevoll vorbereitet und sogar ein kleines Kochbuch mit österreichischen Rezepten zusammengestellt. Am Buffet stehen nebeneinander Speisen aus verschiedensten Ländern. Anstatt in der Entwicklungsabteilung des Industrieunternehmens zu werken, essen die Philips-MitarbeiterInnen mit geflüchteten und angekommenen Menschen und tauschen sich mit ihnen aus. „Unsere Familien kochen leidenschaftlich gerne, daher ist dieser Wunsch entstanden“, erzählt Nicole Hofbauer von der Flüchtlingshilfe der Caritas Kärnten.

Was Philips-Innovationschef Roland Waldner von diesem Nachmittag und Abend mitnimmt? „Einen vollen Magen, viele interessante Geschichten und strahlende Augen. Der Rest muss absitzen“, lacht er. Und Sylvia Hlatky – Assistentin des Standortleiters und seit vielen Jahren Koordinatorin der Verantwortung zeigen!-Projekte bei Philips – freut sich mit dem Team schon auf das nächste Mal.

Ein flotter Mädels-Tanz übers Eis – Kelag & „Haus Antonius“

Eislaufschuhe zubinden, Mütze aufsetzen – und los geht es mit schnellen Schritten über das Eis in der Eishalle in Radenthein. „Wir sind echt energiegeladen unterwegs“, lacht Vanessa Dugulin und zieht mit viel Schwung einen Bob mit zwei Kindern. Sie ist mit ihren Kolleginnen Katharina Kos und Kerstin Mark vom Rekruitingteam des Kelag-Konzerns hierhergekommen, um den Mädchen aus der Gruppe „Kunterbunt“ des „Haus Antonius“ aus Treffen eine sportliche Abwechslung bieten zu können.

Alle haben großen Spaß – die fünf- bis zwölfjährigen Mädchen, die die sozialpädagogische Einrichtung des Bonifatiusvereines der Diözese Gurk besuchen, ebenso wie ihre Betreuerinnen und das Kelag-Team. Die Tränen, die dann und wann bei den kleinen Damen wegen der Aufregung und Anstrengung dann doch fließen, sind rasch getrocknet.

Sozialpädagogin Vanessa Herzog und ihre Kollegin haben auch Jause für die Kinder gerichtet. Schließlich macht das Eislaufen hungrig und durstig. Und als Draufgabe hat das Kelag-Team für jedes Kind ein Sackerl mit Weihnachtsschokoladen mit.

Kreatives Gestalten in Tandems – FH Kärnten und „Haus Elisabeth“

Daniela Krainer, Elena Oberrauner, Albert Luger und Daniela Ströckl von der Fachhochschule (FH) Kärnten bringen den BewohnerInnen unseres Altenwohn- und Pflegeheimes „Haus Elisabeth“ als Anregung Malvorlagen mit, wie einen Tannenbaum, Schlitten oder Weihnachtsmann. Der erfreuliche Anlass: Die vier KollegInnen der Forschungsgruppe „Active & Assisted Living Systeme“ am Studiengang Medizintechnik, die an begleitender Hilfe für Menschen im Alter arbeiten, sind nach St. Andrä im Lavanttal zum gemeinsamen kreativen Gestalten gekommen.

Nach einem gemütlichen Kennenlernen und einer Einstimmung auf den Advent mit Liedern und Mundartgedichten werden in Tandems – je ein/e FH-Mitarbeiter/in und ein/e Bewohner/in – in unterschiedlichen Techniken Bilder erarbeitet. Es liegt jede Menge Material bereit – Farben, Glitzer und vieles mehr. Da kann aus dem Vollen geschöpft werden! Je nach Fingerfertigkeit und Ausdauer entstehen individuelle Kunstwerke. Sozialbetreuerin Michaela Perchtold freut über den FH-Besuch: „Es passt einfach!“ Das finden auch die BewohnerInnen, die von den Begegnungen mit den Jungen angetan sind. Bewohnerin Maria Petschenig und Elena Oberrauner haben einen Schneemann und Geschenke gemalt. „Aber nicht zu viel Geschenke“, wie die weißhaarige Frau sagt, „weil am Wichtigsten die Gesundheit ist“.

Von einem „sehr schönen Nachmittag“ erzählt Gast Luger, der neben Josefa Götsch sitzt. „Wir haben ihn sehr nett mit der Peppi verbracht, stimmt’s?“ Sie nickt mit einem Lächeln. Frau Götsch war ihr Leben lang im Chor und als sie Albert darum bittet, singt sie für die ganze Runde „Låvanttål, scheanstes Tål von überåll“. Bis alle Bewohnerinnen wieder in ihre Zimmer entschwinden – mit schönen Eindrücken für den Moment. Und nur der zählt.

Adventkranzbinden mit Kindern – „Kärntner Woche“ und Pfarrkindergarten St. Marienheim

Er kann Kinderaugen zum Strahlen bringen und verkürzt die Wartezeit aufs Christkind: der Adventkranz. Peter Michael Kowal, den Chefredakteur der „Kärntner Woche“, versetzt er „zurück in die eigene Kindheit. Man spürt die Faszination von Adventzeit und Weihnachten. Dass wir das hier selbst erfahren können, ist toll“. Mit „hier“ ist der Pfarrkindergarten St. Marienheim in Klagenfurt gemeint. Ein Team mit Kowal, Geschäftsführer Markus Galli, der Marketingverantwortlichen Sandra Kerschbaumer, Lisa Wohlgemuth, die das Projekt intern vorbereitet hat, und elf KollegInnen aus Klagenfurt, Feldkirchen, St. Veit und Ferlach, hilft den begeisterten Mädchen und Buben beim Adventkranzbinden. Leiterin Carmen Biethan hat die 130 Kinder darauf vorbereitet.

Markus Galli ist mit Kindergartenpädagogin Andrea Klammer in einer Gruppe. Dank der Hilfe aller Kinder schmückt zu Mittag ein wunderschöner Adventkranz aus Tannenzweigen und Deko den kleinen Tisch in der Gruppe. Warum Galli hier ist? „Weil die Arbeit mit Kindern unglaublichen Spaß macht und es ein Beitrag ist, den Kindern Werte zu vermitteln.“

Der Bessere soll gewinnen - HEX Solutions & Eggerheim

„Kartenspielen habe ich von der Oma gelernt. Eine Partie absichtlich zu verlieren, das geht gar nicht“, lacht HEX Solutions-Mitarbeiterin Kerstin Maier herzlich. Ihr Gegner ist beim Spieletag der Firma in unserer Wohnungslosentagesstätte „Eggerheim in Klagenfurt ein „Eggerheim“-Besucher. Er ist von der erfrischenden Art, mit der die junge Frau die Partie Schnapsen angeht, sichtlich angetan.

Die mitgebrachten Preise, wie Sweatshirts, Zigaretten und Handschuhe, werden mit großer Begeisterung beim Bingo ausgespielt. „Auf diese Spieletage freuen sich unsere BesucherInnen wirklich. Sobald der Termin fix und damit auf dem schwarzen Brett ist, wird eifrig darüber diskutiert, wer wohl gewinnen wird“, erzählt unsere Sozialarbeiterin Simone Wulz voll Freude.

Pünktlich zu Mittag kommt die Mahlzeit auf den Tisch. In der Küche hilft diesmal Veronica Bachatz, Teil des Hex Solutions-Teams, tatkräftig mit. Sie will Menschen „etwas zurückgeben, deshalb bin ich hier“! Lachend legt ein „Eggerheim“-Besucher, der das Küchenteam unterstützt, den Arm um sie und meint: „Na dann, los geht´s! Heute gibt´s Grenadiermarsch“! Hex Solutions-Mitarbeiterin Anna Jellen engagiert sich beim Spieletag, weil sie Menschen, „die am Rande unserer Gesellschaft leben, ein bisschen Zeit und mit den Spielen ein Stück Normalität schenken will“.

Für die Seele sorgen - Gebietskrankenkasse & TelefonSeelsorge

Unsere TelefonSeelsorge (TS) mit Silvana Fischer, Gudrun Rochla, Ruth Radinger-Huber und 65 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ist für alle Menschen da, die ein Ohr zum Zuhören brauchen. Um auf die TS aufmerksam zu machen, verteilen MitarbeiterInnen der Kärntner Gebietskrankenkasse (GKK) im Rahmen ihrer Tätigkeit als KrankenbesucherInnen die Folder der TelefonSeelsorge in Arztpraxen in ganz Kärnten. „Für uns ein unschätzbarer Multiplikator und Gewinn“, freut sich TS-Leiterin Fischer, die mit Rochla im Vorfeld der Aktion GKK-Direktor Johann Lintner und GKK-Mitarbeiterin Marion Lederer-Stefaner zum Gespräch trifft.

Lintner erklärt dabei, dass man sich überlegt habe, wie man im Rahmen der Möglichkeiten helfen könne. „Wir sind auf die Idee gekommen, die Werbetrommel für die Telefonseelsorge zu rühren.“ Denn: „In unserer Gesellschaft, in der Überfluss in allen Lebensbereichen als Normalität angesehen wird, vergessen wir oft, dass die Adventzeit für viele eine sehr schwierige Zeit ist. Wir alle werden älter. Die Einsamkeit ist oft ein trauriger Begleiter, und genau in dieser nicht einfachen Situation helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge einfach und unkompliziert!“

Gemütliche Adventjause – Kelag & „megaphon“-VerkäuferInnen

Mezze-Teller stehen auf dem Tisch, als Nachspeise gibt es selbstgemachten Kuchen der Kelag-MitarbeiterInnen: Die engagierten Verkäuferinnen und Verkäufer der Straßenzeitung „megaphon“ haben sich eine Weihnachtsfeier mit Essen und einem vorweihnachtlichen Beisammensein gewünscht und diese auch in unserem magdas LOKAL in Klagenfurt bekommen. Die Abteilung Konzernkommunikation der Kelag mit Abteilungsleiterin Petra Kobald, der Nachhaltigkeitskoordinatorin Verena Ogris und sieben Kollegen trifft sich mit 15 „megaphon“-VerkäuferInnen und deren Familien, darunter ein zwei Wochen altes Baby. „Die Männer und Frauen kommen alle aus afrikanischen Ländern“, obwohl, wie Koordinator Michael Ibounig betont, „megaphon ein Projekt für alle Menschen ist, die in Not sind“.

Nach anfänglicher Scheu sind bald die Barrieren überwunden, und es wird ein rundum gelungener Nachmittag und Abend. Ogris erzählt von „spannenden und intensiven gemeinsamen Stunden. Ich bin überrascht, dass viele sehr gut Deutsch sprechen. Wir unterhalten uns darüber, wo sie herkommen und tauschen uns über die Bräuche und Traditionen aus.“ Sie freut sich über die Offenheit der Gäste und darüber, ein bisschen herauszuhören, wie es diesen Menschen wirklich geht. Ibounig bestätigt den herausfordernden Hintergrund, den viele „megaphon“-VerkäuferInnen haben: „Es ist eine Freude, mit ihnen zu arbeiten. Ich staune immer wieder, wie viel Kraft sie aufbringen für das Taschengeld, das sie aus den Verkäufen der Magazine bekommen.“ Die Kelag bessert das Taschengeld an diesem Nachmittag mit kleinen Geschenken auf. Jeder bekommt ein Glas Marmelade, produziert von Best-of-the-Rest, samt Lebensmittelgutschein. – Damit das Fest ein wenig reicher ausfallen kann. Reich, wie der Nachmittag für alle Mitwirkenden schon ist.

Nikolo bezaubert alte Menschen – „advantage“ und „Haus Elisabeth“

Am Anfang dieses besonderen Nachmittags in unserem Altenwohn- und Pflegeheim „Haus Elisabeth“ in St. Andrä im Lavanttal steht ein gutes Mittagessen. Die Teilnehmer: Walter Rumpler und Oliver Zussner, Medienprofis und verantwortlich für das „advantage“-Magazin, das 2018 eine Weichenstellung in Richtung Achtsamkeit und Nachhaltigkeit vollzogen hat, und HausbewohnerInnen. Zussner als Nikolo und „advantage“-Geschäftsführer Rumpler als Krampus zaubern dann mit Engerl Valentina, der Tochter einer Mitarbeiterin des Hauses, und Sozialbetreuerin Michaela Perchtold bei ihrem Gang durch das große, alte Gebäude den BewohnerInnen ein Lächeln ins Gesicht. In den Gemeinschaftsräumen und den Gängen warten die alten Menschen auf den Nikolaus, auf ein gutes Wort, ein Händeschütteln und ein Sackerl mit süßen Sachen, mit Lebkuchen, und Mandarinen. Wie es halt zum Fest des Heiligen Nikolaus immer war. Ein paar Tränen der Rührung fließen.

„Es ist eine Ehre für uns, dass wir Nikolaus und Krampus sein dürfen“, meint Rumpler auf dem Weg vom zweiten in den dritten Stock: „Kein Tag ist selbstverständlich. Indem wir hier durchgehen, spüren wir, was wir auch selbst sind und wo wir früher oder später einmal hingehen werden.“ Und Zussner resümiert: „Unser Blick auf das Thema Achtsamkeit ermöglicht es uns auch, sich bewusst Zeit für andere Menschen zu nehmen.“ Die Begegnung mit ihnen mache demütig.

Maroni, Punsch und Musik im Garten – Philips & „Haus Martha“

Ein strahlend blauer Himmel begrüßt Gäste wie Gastgeber im Garten unseres Altenheimes „Haus Martha“ in Klagenfurt. Das Motto dieses Adventnachmittages lautet „Maroni und Punsch“. Die werden an einem Stand freilich auch gebraten beziehungsweise gekocht. Eine Feuerschale wärmt die sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Philips Austria und die HausbewohnerInnen, die zum gemeinsamen Feiern zusammenkommen. Martina Unseld verrät, warum sie sich engagiert: „Weil wir gerne feiern und weil es für einen guten Zweck ist!“ Sie ist immer wieder bei Projekten des „Verantwortung zeigen!- Netzwerks“ dabei – wie ihr Kollege Michael Wimmer, der den Einsatztag im „Haus Martha“ firmenintern vorbereitet hat. Auch ihm ist es wichtig, sich für den guten Zweck einzusetzen. Und: „Das Helfen hilft auch uns, mit netten Kollegen etwas abseits der Arbeit gemeinsam zu unternehmen.“ Birgit Krall, Michaela Gugler, Alexandra Leimisch, Markus Schleinzer und Katrin Meixner komplettieren die engagierte Philips-Mannschaft.

Sie plaudern mit den alten Menschen, bringen Becher voll mit heißem Tee, decken die Füße der Männer und Frauen in den Rollstühlen mit Decken zu und helfen beim Öffnen der Maroni. Daneben spielt ein junger Mann auf der Harmonika. „Es ist fein, wenn man Zivildiener hat, die auch solche Ressourcen und Fähigkeiten einbringen“, lacht unsere Diplomfachsozialbetreuerin Christine Sadnek.