Weil es auch ein gutes Leben trotz Demenz geben kann

10.05.19 / 11:55

Die Caritas Kärnten eröffnet in ihrem „Haus Elisabeth“ in St. Andrä im Lavanttal in Kooperation mit dem Land Kärnten und der „Gesunden Gemeinde“ St. Andrä am 28. Mai 2019 das „Café Zeitreise“. Hier erfahren Menschen mit unterschiedlichsten Gedächtnisproblemen und Demenz sowie deren Angehörige professionelle Beratung und Hilfe.

Männer und Frauen mit Demenz leben gedanklich und emotional häufig in der Vergangenheit. Die dabei auftauchenden, oft lange zurückliegenden Ereignisse und Bilder wollen mitgeteilt werden. Im sogenannten „Café Zeitreise“ holt die Caritas die Betroffenen dort ab, wo sie stehen, und begleitet sie ein Stück ihres Weges. „Betreuende Angehörige von Menschen mit Demenz sind tagtäglich oft rund um die Uhr im Einsatz und mit ihrer Situation häufig allein. Im Café Zeitreise können sie sich mit Gleichgesinnten austauschen und erfahren professionelle Beratung, Hilfe und Entlastung“, sagt Michael Possegger als Leiter des Altenwohn- und Pflegeheimes „Haus Elisabeth“ in St. Andrä im Lavanttal. Und: „Uns liegt das Thema Demenz sehr am Herzen. Wir haben uns in den letzten Jahren auf die sogenannte Krankheit des Vergessens spezialisiert und wollen unsere Erfahrungen gerne an die Unterkärntner Bevölkerung weitergeben.“

Kostenfreie Treffen

Possegger lädt Interessierte am Dienstag, dem 28. Mai 2019, um 14 Uhr zur Eröffnung des „Café Zeitreise“ und von Demenz betroffene Menschen – Erkrankte wie Angehörige –, aber auch Männer und Frauen mit unterschiedlichsten Gedächtnisproblemen zu den kostenfreien Treffen jeden Dienstag in einer geraden Kalenderwoche von 14 bis 17 Uhr ins Haus-Café herzlich ein.

Erinnern beugt Demenz vor

Eva Sachs-Ortner als Expertin für Demenz bei der Caritas Kärnten führt, „weil es auch ein gutes Leben trotz Demenz geben kann“, mit den beiden in Demenz ausgebildeten und diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen Janine Scharf und Mathilde Slamanig die Treffen durch, die von Scharf geleitet werden. „Während in der einen Gruppe Betroffene Gedächtnistrainings und Inputs erhalten, wie sie noch aktiv leben können, und bei gemeinsamen Aktivitäten schon verloren geglaubte Fähigkeiten von Körper und Geist neu entdecken können, tauschen sich in der anderen Angehörige über Sorgen, Fragen und Ängste aus“, sagt Scharf.

Demenzstrategie und konkrete Angebote

Beim „Café Zeitreise“ – eines gibt es bereits in Malta, weitere sollen folgen – handelt es sich um eine Kooperation der Caritas mit dem Land Kärnten. „Die Österreichische Demenzstrategie verfolgt das Ziel, die Situation von Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu verbessern. Um sowohl Betroffene als auch Pflegende in der Bewältigung ihres Alltags zu unterstützen, entwickelt das Gesundheitsland Kärnten in Zusammenarbeit mit dem Land Kärnten kontinuierlich konkrete Maßnahmen und Angebote. Wir sind auf einem guten Weg“, heißt es seitens des Gesundheitsreferates des Landes.

Das St. Andräer Projekt wird auch von der „Gesunden Gemeinde“ St. Andrä unterstützt. Vizebürgermeisterin und Gesundheitsreferentin Maria Knauder: „Das Zeitreise-Café ist am Puls der Zeit und ein weiteres, bereicherndes Angebot für unsere BürgerInnen. Wir stehen voll dahinter, weil immer mehr Menschen an Demenz erkranken und vor allem die Angehörigen Unterstützung brauchen.“

Info: Nähere Auskünfte zum „Café Zeitreise“ gibt es im Altenwohn- und Pflegeheim „Haus Elisabeth“, St. Andrä 1, 9433 St. Andrä im Lavanttal, Telefon: 04358/2506, E-Mail: haus.elisabeth@caritas-kaernten.at.