Wo einst Richard Löwenherz Zuflucht fand

19.06.19 / 09:10

Das St. Hemma-Haus in Friesach feiert seinen 30. Geburtstag mit einem schönen Sommerfest. Unser Altenwohn- und Pflegeheim, das als Jubiläumswerk zu Ehren der Heiligen Hemma von Gurk gegründet worden war, erlebte eine spannende und wechselvolle Geschichte. Derzeit finden hier 57 BewohnerInnen ein liebevolles Zuhause und 49 MitarbeiterInnen einen sicheren Arbeitsplatz.

Das St. Hemma-Haus wurzelt in historischem Boden. 1130 von Erzbischof Konrad I. von Salzburg auf der Liegenschaft in Friesach als Hospital für Reisende und Arme gegründet, nächtigte im Jahr 1192 der englische König Richard Löwenherz auf seiner Flucht dort. Ende der 1880er-Jahre erlebte es seine Geburtsstunde als Dominikanerinnenkloster. 130 Jahre lang sollten die Schwestern hier bei der Bildung und Erziehung der Mädchen aus Friesach, den umliegenden Tälern, ja aus ganz Kärnten verdienstvoll wirken, ehe der Kärntner Caritasverband 1988 im ehemaligen Kloster nach erfolgreicher Renovierung und Ausbau ein Behinderten- und Pflegeheim für 125 Menschen eröffnete, mehr als 70 Arbeitsplätze für Friesach wie Umgebung und zwei Jahre später auch noch eine Sonderschule für Schwerstbehinderte schuf.

Vom Pionier- zum umstrittenen Werk

„Das Heim erhielt den Namen der Heiligen Hemma von Gurk, der Schutzpatronin Kärntens, um deren soziales Engagement dauerhaft zu würdigen. Die Caritas war mit dem St. Hemma-Haus ein wichtiger Vorreiter bei der Schaffung von Pflegeheimen in Kärnten“, erinnert sich der damalige Direktor Viktor Omelko an die Anfänge. – Und „mit den turbulenten Diskussionen in den Jahren 2007 bis 2011“ auch an eine Zeit, als das Haus im Zuge einer politischen Debatte über die anderweitige Unterbringung der Menschen mit Behinderung knapp an den Rand der Schließung geriet. Omelko: „In einer explosiven Stimmung sammelten damals MitarbeiterInnen und Menschen in der Umgebung innerhalb kurzer Zeit 3800 Unterschriften für den Erhalt des St. Hemma-Hauses.“ Es blieb.

„Familienfreundlicher Betrieb“ mit eigener Küche und Wäscherei

Längst ist das Haus nun Heimat für pflegebedürftige und alte Menschen, längst leben und wohnen Menschen mit Behinderung nebenan. Damals wie heute ist das St. Hemma-Haus eines mit offenen Türen und im Leben der Gemeinde gut integriert. Auch im Bemühen um höchstmögliche Qualität in Pflege und Betreuung hat sich nichts geändert. Bereichsleiterin Donata Rössler-Merlin: „Ziel ist es, unseren BewohnerInnen Heimatgefühl zu vermitteln. Dazu gehört die einladende und wohnliche Gestaltung unserer Räumlichkeiten ebenso wie die aktive Alltagsgestaltung mit Beschäftigung und Aktivierung, mit Ausflügen und Feiern im Jahreskreis.“ Im St. Hemma-Haus, in dem unter Pflegedienstleiterin Michaela Bauer und der administrativen Leiterin Evelyn Kaiser 49 MitarbeiterInnen – davon 33 in der Pflege – beschäftigt sind, werden heute 57 BewohnerInnen betreut und gepflegt. Das Haus besitzt eine eigene Wäscherei, Reinigung und Küche, die „sehr flexibel auf Besonderheiten wie Diäten und Wünsche eingeht“. Rössler-Merlin liegt auch die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen mit der Arbeit am Herzen. Stolz ist sie, dass das Haus heuer zum zweiten Mal mit dem Zertifikat „Familienfreundlicher Betrieb“ ausgezeichnet wurde.

Jubiläums-Sommerfest am Samstag

Das St. Hemma-Haus in der Conventgasse 2 in Friesach feiert am Samstag, 22. Juni 2019, um 14 Uhr mit einem Jubiläums-Sommerfest samt Wortgottesdienst mit unserem Direktor Josef Marketz den 30. Geburtstag. Der Gottesdienst wird von der Kantorei begleitet. Die Bevölkerung ist zum Mitfeiern herzlich eingeladen!