Ein Ball der Lebensfreude und des Miteinanders

14.10.19 / 09:45

Foto: Stefan Grauf-Sixt

Seit zehn Jahren begleiten wir mit dem Caritas: Team Lebensgestaltung Menschen mit Behinderung. Zum Jubiläum haben in Eberndorf rund 500 Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam fröhlich und beschwingt das Leben gefeiert und getanzt.

Beeindruckend eröffneten Frauen und Männer mit Assistenzbedarf gemeinsam mit Mitarbeiterinnen vom „Caritas: Team Lebensgestaltung“ den Ball mit einer Polonaise. Sie tanzten, klatschten und stampften zum Rhythmus der temperamentvoll-beschwingten Musik derart gekonnt und mitreißend, sodass die BallbesucherInnen gleich mit einem großen Applaus eine Zugabe forderten und diese prompt erhielten.
Video der Polonaise: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Damit war für eine gelockerte Stimmung gesorgt und die Freude der TänzerInnen groß. Selbstvertreter Rudolf Kauder bedankte sich anschließend bei seinen KollegInnen, den MitarbeiterInnen und der Tanz- wie Sozialpädagogin Gabriele Remschnig für die große Ausdauer und Geduld während der sechsmonatigen Proben für den Auftritt.

Pure Lebensfreude

Der Jubiläumsball „Dance for Chance“ am 12. Oktober 2019 am Campus AdFontes in Eberndorf war ein voller Erfolg. Rund 500 Menschen mit und ohne Behinderung feierten auf dem Campus – hier eröffnete die Caritas erst diesen Sommer das Wohnhaus Josef/Hiša Jožef für acht Menschen mit Behinderung – voller Freude die Chancengleichheit und das Leben. Gemeinsam wurde bis weit nach Mitternacht zur Musik des „Ansambel Rosa“ und „Remo“ oder in der Disco getanzt, in der „Fotobox“ ein originelles Erinnerungsfoto geschossen und bei der Verlosung um den Hauptpreis „gefiebert“.

Prominente Gäste

Namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben – wie Landtagsabgeordneter Jakob Strauß, Hausherr Josef Sienčnik junior, Behindertenanwältin Isabella Scheiflinger, Hilfswerk-Präsidentin Elisabeth Scheucher-Pichler, Künstler Albert Mesner, Caritas-Geschäftsführerin Marion Fercher und Wilfried Hude als Direktor der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe, – waren neben Angehörigen und vielen Unterkärntner BürgerInnen gekommen, um mit den JubilarInnen zu feiern. Caritasdirektor Josef Marketz und die zuständige Bereichsleiterin Erna Petek konnten außerdem neben den vielen (freiwilligen) MitarbeiterInnen auch VertreterInnen der AVS, der Lebenshilfe, des Kärntner Hilfswerkes sowie der Fachabteilung des Landes Kärnten willkommen heißen.

  • © Stefan Grauf-Sixt

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Einst Heim, jetzt individuelle Begleitung

Marketz erinnerte an die Anfänge. Die Caritas hat vor etwa 30 Jahren in ihrem Altenwohn- und Pflegeheim „St. Hemma-Haus“ in Friesach begonnen, mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Daraus wurden im Laufe der vielen Jahre notwendige Reformen umgesetzt, das „Caritas: Team Lebensgestaltung“ wurde 2009 gegründet. Aus dem damals noch modernen „Normalisierungsprinzip“, also dem Bemühen, mit dem Abschied aus Anstalten und Altenheimen normale Strukturen und Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung zu schaffen, ist heute die Inklusion entstanden. Nun geht es darum, den einzelnen Menschen mit Behinderung als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft in allen Lebensbereichen so zu begleiten, dass er all das bekommt, was er persönlich für eine möglichst hohe Lebensqualität im gemeinsamen Miteinander braucht – unter dem Motto: „Mittendrin statt nur dabei“. „Wir geben unser Bestes und achten darauf, dass unsere KlientInnen ein weitgehend selbst- und mitbestimmtes Leben führen können“, so Marketz. Der Caritasdirektor ist der Meinung, dass es in der heutigen Gesellschaft gemäß dem Caritas-Motto „Wir>Ich“ „immer notwendiger wird, füreinander Sorge zu tragen und einander zu helfen“.

Blick zurück

Der Bereich „Menschen mit Behinderung“ wurde bei der Caritas Kärnten mit der Gründung des „Caritas: Team Lebensgestaltung“ im Oktober 2009 unter Direktor Viktor Omelko aus der Taufe gehoben. Das ging mit der Eröffnung der Werkstatt Benedikt und folgend der Wohnhäuser Markus und Lukas in Althofen einher. Die Werkstätte Martin, die 1991 aus dem „St. Hemma-Haus“ hervorgegangen war, wurde integriert. 2010 und 2012 erfolgte die Eröffnung weiterer Einrichtungen. Heute betreibt die Caritas insgesamt fünf Wohnhäuser, zwei Wohngemeinschaften, zwei Einzelwohnungen und zwei Beschäftigungs- wie Tageswerkstätten. An neun Standorten in Friesach, Althofen, Globasnitz/Globasnica und Eberndorf/Dobrla vas werden zurzeit 169 Menschen mit Assistenzbedarf von 151 MitarbeiterInnen liebevoll und ganzheitlich begleitet.

Bereicherung für Gesellschaft

Menschen mit Behinderung-Bereichsleiterin Petek zeigte sich über das herzliche Miteinander auf dem Ball erfreut: „Dass eine inklusive Gesellschaft eine Bereicherung für alle ist, wurde an diesem wunderbaren Abend spürbar!“