Die Linie als Spannungsträgerin

17.06.20 / 09:24

Flux23 präsentiert im magdas LOKAL in Klagenfurt bis Ende September Arbeiten von Matthias Buch unter dem Titel „Walk the Line“. Der Künstler mit Kärntner Wurzeln überrascht mit Bildern, die das nicht Offensichtliche sichtbar machen.

Galeristin Lena Freimüller hat wieder Kunst aus der Großstadt ins magdas nach Klagenfurt gebracht. „Kunst darf nicht im Elfenbeinturm stattfinden. Sie braucht Alltag, ist ein Fenster zur Welt“, sagt Freimüller. Auch unser magdas steht für Weltoffenheit und bietet mit den halbjährlich wechselnden Ausstellungen, kuratiert von Flux23, von Beginn an zeitgenössische Kunst. Seit 19. Mai ist die Soloausstellung von Matthias Buch mit dem Titel „Walk the Line“ zu sehen.

Die Linie spielt eine tragende Rolle in der Malerei des 41-Jährigen, der in Wien lebt und arbeitet. „Wir sind dauernd mit digitalen Bildern konfrontiert und haben es mit einem gepixelten Alltag zu tun“, meint Buch, dessen familiäre Wurzeln in Unterkärnten liegen. Bereits im Pointillismus – einer post-impressionistischen Stilrichtung der Malerei zur Wende ins 20. Jahrhundert – wurde versucht, Stimmungen und Licht durch Punkte abzubilden. „Linien sind jedoch widerspenstig“, so der Künstler. Ihm gehe es weniger darum, ein Abbild zu schaffen, sondern mehr der Linie als unteilbares Element nachzugehen; die Linie als Spannungsträgerin.

Buch hat an der Hochschule für Angewandte Kunst bei Christian Ludwig Attersee und an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Gunter Damisch studiert. Seine Malereien wirken oft wie Stickerei, sie imponieren haptisch. Mit der Veränderung des Blickwinkels entsteht Tiefe, Bildräume. Überlagerungen und Schraffuren bringen ein überraschendes Element und lenken die Aufmerksamkeit wieder auf die Oberfläche. Die Assoziationen changieren so zwischen Innen- und Außenwelt.

Seinen Arbeitsprozess beschreibt Buch als Versuchsanordnung. Den Beginn eines Bildes stößt ein reales Motiv an. Oft sind es Wälder und Wiesen oder auch nur Fotografien davon, dann wieder Urwälder und Reiseerinnerungen. Auch abstraktere Gedanken und Eindrücke stellen sich ihm als Landschaft dar, die er so am besten fassen und malen kann. Es entstehen Skizzen, mit Ölfarbe gemalte Entwürfe auf einfachem Papier. An der oft großformatigen Leinwand - im zeitintensiven Prozess des Malens – werden die realistischen Motive mit Störungen und Fragen konfrontiert, so Buch. Das Bild ist fertig, wenn es gelungen ist, aus dieser Auseinandersetzung heraus eine Oberflächenspannung zu erzeugen. Das finale Werk, so der Maler, müsse über die Gegenständlichkeit oder Abstraktion hinausgehen; sichtbar werde das nicht Offensichtliche.

Zeitgenössische Kunst im magdas LOKAL: „Walk the Line“, Matthias Buch, bis 30. September 2020, Montag 10 bis 14 Uhr, Dienstag und Mittwoch 10 bis 21.30 Uhr und Donnerstag bis Samstag 9 bis 23 Uhr;