Wenn Glocken gegen den Hunger läuten

31.07.20 / 13:23

Einer von neun Menschen leidet weltweit laut Angaben der FAO an chronischem Hunger. Durch die Corona-Pandemie könnte diese Zahl erneut – um bis zu 132 Millionen Menschen – anwachsen. Die Caritas Kärnten hat deshalb heute zum solidarischen Glockenläuten eingeladen. Um auf den Hunger in der Welt aufmerksam zu machen, wurden zur Sterbestunde Jesu – um 15 Uhr – die Glocken der katholischen Kirchen des Landes fünf Minuten geläutet.

Zur Sterbestunde Jesu um 15 Uhr läuteten am Freitag, 31. Juli, die Kirchenglocken in ganz Österreich und in der Südtiroler Diözese Bozen-Brixen statt einer Minute mindestens fünf Minuten lang. Caritasdirektor Ernst Sandriesser, Stadtpfarrer Gerhard Simonitti und Mitarbeiter*innen der Caritas haben gemeinsam am Kirchturm der Stadtpfarrkirche mit Transparenten zum Engagement gegen den Hunger aufgerufen. Caritas Auslandshilfe-Bereichsleiterin Alexandra Blattnig-Rull und Länderreferentin Theresa Sacher verteilten an Passant*innen Gartenkresse-Samen, um für den Hunger in der Welt zu sensibilisieren. Für Stadtpfarrer Simonitti ist dieser nur fürs Erste ein Problem anderer Länder: „Wir haben zwar kein Ressourcenproblem, aber ein Verteilungsproblem. Besonders wenn wir es uns extra gut gehen lassen, dürfen wir auch daran denken, dass dieses Gutgehen vielleicht zu Ungunsten von Bedürftigen in weit entfernten Ländern geht.“ Simonitt plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln in Europa, das „kann auch den Hunger auf anderen Kontinenten vermindern“.

Den Aufschrei nicht überhören

Es liegt in unser aller Hand, den weltweiten Hunger zu beenden, der sich jetzt durch COVID-19 und die Ausgangsbeschränkungen noch verschärft. „In Afrika sterben mehr Menschen an Hunger als an COVID-19. Doch es gibt ein Gegenmittel. Und jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen: Etwa, indem man die Caritas mit einer Spende bei ihrer Arbeit vor Ort unterstützt, Informationen weiterträgt und andere Menschen aufrüttelt! Setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen den Hunger“, so Caritasdirektor Ernst Sandriesser. „Wir dürfen den Aufschrei der hungernden Menschen nicht ungehört lassen“, appellierte schon im Vorfeld des Glockenläutens Bischof Josef Marketz und rief zur Solidarität auf.

Plagen biblischen Ausmaßes

Im Mittelpunkt der Hungerkampagne 2020 der Caritas Kärnten steht Kenia, das von Plagen biblischen Ausmaßes heimgesucht wird. Heuschreckenplage, Malaria, Cholera, Überschwemmungen und jetzt auch COVID-19 – die Region Masarbit im Norden Kenias kommt nicht zur Ruhe. Die Caritas Kärnten hilft in der betroffenen Region schon seit Jahren mit mehreren erfolgreichen Projekten. Gerade jetzt ist die Not besonders groß: „Wir wissen nicht, was wir tun sollen“, so Wario Adhe, Direktor von PACIDA, der Partnerorganisation vor Ort. Bislang nicht gekannte Heuschreckenschwärme verwüsten das Land, vernichten die Vegetation und damit die lebensnotwendigen Nahrungsmittel für Menschen und Haustiere. Die Klimaveränderungen machen sich immer stärker bemerkbar – auf Dürre folgen Fluten. Zu Malaria und Cholera kommt jetzt noch die Pandemie hinzu. Auf einen Arzt kommen 63.285 Patient*innen! Immer öfter ist der Aufschrei der Menschen zu hören: Was wir brauchen, ist Essen, um zu überleben!

Jetzt helfen!

Spendenbeispiele:

  • 20 Euro sichern notwendigen Milchzusatzbrei für drei Monate für ein Kleinkind
  • Mit 50 Euro sichern Sie 10 Familien ein Hygienepaket mit Seife, Schutzmaske und Desinfektionsmittel.