111 Anrufe am Kältetelefon

01.04.21 / 09:48

Auch im Winter 2020/2021 konnte frierenden Menschen rasch und effektiv geholfen werden: Wir danken allen Unterstützer*innen.

Im heurigen Winter war es teilweise bitterkalt. Auch wenn der Auftrag in Corona-Zeiten „Bleiben Sie Zuhause!“ lautet, übernachteten Menschen in Kärnten, die kein zu Hause haben, trotz eisiger Temperaturen im Freien. „Für obdachlose Menschen, die bei Kälte, Wind und Schnee als „Schlafzimmer“ nur eine Parkbank haben, ist unsere Winternothilfe oft tatsächlich eine Überlebenshilfe. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Menschen angerufen haben und trotz Pandemie die Augen offen hatten“, sagt Katrin Starc als Fachbereichsleiterin der Wohnungslosenhilfe und Zuständige für das Kältetelefon.

Kältetelefon wieder im Winter 2021/22

111mal wurde am Kältetelefon unter 0463/39 60 60 angerufen. Es war vom 1. November 2020 bis 31. März 2021 sieben Tage die Woche von 20 Uhr abends bis sechs Uhr früh in Betrieb. Am meisten Anrufe – nämlich 78 – gab es in Klagenfurt, gefolgt von Villach mit 22 Telefonaten. Vor allem Lieferservices, Polizei und Krankenhäuser haben sich am Kältetelefon gemeldet. Dass die Zahlen im fünften Jahr des Kältetelefon-Bestehens im Vergleich zum Winter 2019/2020 mit 145 Anrufen rückläufig sind, begründet Starc mit dem Corona-bedingten Lockdown und der nächtlichen Ausgangssperre. Starc dankt den Partner*innen Rotes Kreuz und Pfarre Spittal an der Drau für die gute Zusammenarbeit und den 15 freiwilligen Mitarbeiter*innen herzlich, die die Anrufe entgegengenommen und die Hilfskette in Gang gesetzt haben. Ging ein Anruf ein, wurde allen Hinweisen nachgegangen. Es gab telefonisch Anleitung zur konkreten Hilfe. Wir organisierten eine warme Notschlafstelle in Klagenfurt und mit der Pfarre Spittal eine in Spittal an der Drau oder vermittelte Hilfesuchende an die Stadt Villach weiter. Das Kältetelefon wird es auch im kommenden Winter geben.

So wird obdachlosen Menschen geholfen

Elf Mitarbeiter*innen unterstützen wohnungs- und obdachlose Menschen das ganze Jahr. – Tagsüber in unserer Tagesstätte „Eggerheim“. Hier bekommen sie warme Mahlzeiten, Kleidung, Hygieneartikel und winterfeste Schlafsäcke. Hier können sie duschen, ihre Wäsche waschen und soziale Kontakte pflegen. Sozialarbeiterinnen beraten die Besucher*innen in ihrer jeweiligen Notlage, verwalten ihre finanziellen Mittel und helfen ihnen bei der Wohnungssuche. Nachts finden akut obdachlose Männer und Frauen einen vorübergehenden Schlafplatz in der Notschlafstelle in der Bahnstraße in Klagenfurt, die wir seit 1. November 2020 im Auftrag der Stadt Klagenfurt betreut.

Bitte um Spenden

Das umfangreiche Angebot in der Wohnungslosenhilfe ist zum Großteil aus Spenden finanziert. Um diese Hilfe aufrechterhalten zu können, benötigen wir mehr denn je Unterstützung. Starc dankt den Spenderinnen und Spendern für die bisherige Hilfe und bittet sie, dranzubleiben, weil: „Der Spendenbedarf ist gerade jetzt enorm, nicht zuletzt, weil wegen Corona eine Vielzahl von Kochgruppen, Spendenaktionen und Benefizveranstaltungen für obdachlose Menschen ausgefallen sind. Mit Ihrer Spende kann die Caritas hilfesuchenden Menschen beim Weg aus der Obdachlosigkeit unterstützen.“

  • Mit 35 Euro schenken Sie warme Mahlzeiten für eine Woche
  • Mit 50 Euro einen Schlafsack für kalte Nächte