Bekannte Persönlichkeiten hören genau hin

19.04.21 / 08:43

Vom Bischof über die Bildungsexpertin bis zum Mediziner und Richter: An drei Nachmittagen im April schenken Menschen aus unterschiedlichen Arbeitswelten den Anrufer*innen bei unserer TelefonSeelsorge ihr Ohr. Sie wollen aus erster Hand erfahren, welche Sorgen und Nöte die Hilfesuchenden plagen, um so gewonnene neue Sichtweisen in ihr Wirken miteinbeziehen zu können.

 Seit 43 Jahren bietet die TelefonSeelsorge (TS), die in Kärnten von uns getragen wird, allen Menschen in Not- und Krisensituationen ein offenes Ohr. Unter der kostenfreien Nummer 142 sind 80 kompetent ausgebildete, freiwillige Mitarbeiter*innen rund um die Uhr anonym und kostenlos für alle Hilfesuchenden da. Die Pandemie dauert an. Während bei vielen Menschen seit Ausbruch von Covid-19 die Resilienz, also die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu überstehen, sinkt, steigen Arbeitslosigkeit und Zukunftssorgen an. Und damit auch die Anrufe in der TelefonSeelsorge.

„Hinhören statt besser wissen“

Von Mittwoch, dem 21. April 2021, bis Freitag, dem 23. April 2021, stehen von 14.30 bis 19.30 Uhr bekannte Persönlichkeiten aus den Bereichen Bildung, Recht, Sozialwesen, Wirtschaft, Medizin und Seelsorge den TS-Anrufer*innen als aufmerksame Gesprächspartner*innen zur Verfügung. Unterstützt werden sie dabei von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der TelefonSeelsorge. Zum Anrufen eingeladen sind Menschen, die von Corona besonders arg betroffen sind und Hilfe benötigen. Iris Straßer, die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) in Kärnten und Initiatorin des Projektes, will in diesen drei Tagen erfahren, was die Menschen in ihrem Alltag bewegt: „Wo drückt sie der Schuh oder die Last der Zeit? Jede und jeder ist eingeladen, aus seiner Perspektive zu berichten, was frustriert, was die aktuellen Herausforderungen sind und wo Handlungsbedarf besteht, um daraus Schlüsse für das jeweilige Wirken in der täglichen Arbeit ziehen zu können.“ Für Straßer entsteht sozialer Zusammenhalt „in ehrlicher Aufmerksamkeit füreinander, nicht im Reden über andere. Wir wollen hinhören, statt alles besser wissen.“ Diese Aktion ist aus dem Quo Vadis-Dialog der Katholischen Aktion entstanden, der darauf abzielt, den gesellschaftspolitischen Diskurs bewusst und branchenübergreifend zu pflegen sowie neue Sichtweisen im strukturellen Rahmen weiter zu tragen.

Die aufmerksamen Zuhörer*innen

Am 21. April sind Elisabeth Schneider-Brandauer als Direktorin des Bischöflichen Seelsorgeamtes, Diözesanbischof Josef Marketz und Rechtsanwalt Bernhard Fink in der TelefonSeelsorge zu Gast. Am 22. April nehmen sich Beate Gfrerer als Geschäftsführerin der Kärntner Volkshochschulen, Richter Manfred Herrnhofer und Caritasdirektor Ernst Sandriesser der Anliegen der Anrufer*innen an. Am 23. April schenken Liselotte Suette als Geschäftsführerin von SOMA Kärnten, Unternehmerin und KA-Präsidentin Iris Straßer sowie Mediziner und KA-Vizepräsident Rudolf Likar den Hilfesuchenden Gehör. Die Inhalte aller Gespräche werden vertraulich und anonym behandelt.

Diskretion gewährleistet

Barbara Ogris von der TelefonSeelsorge freut sich über den Besuch der prominenten Gäste: „Dass sich wichtige Verantwortungsträger*innen Zeit nehmen, um hilfesuchenden Menschen genau zuzuhören, ist ein schönes Zeichen der Wertschätzung ihnen gegenüber und lässt auch darauf hoffen, dass die gewonnenen Erkenntnisse in die tägliche Arbeit einfließen werden.“ Für Anrufende, die intensivere Beratung und Seelsorge benötigen, steht das geschulte Personal der TelefonSeelsorge durchgehend und gut abgegrenzt zur Verfügung, sodass Professionalität, Datenschutz und Diskretion weiterhin gewährleistet sind.