Dürre in Kenia 2017

Im Jahr 2017 kam es in Kenia zu einer dürrebedingten Hungerkrise. 3,6 Millionen Menschen waren laut den Vereinten Nationen auf Lebensmittellieferungen angewiesen. Die Caritas half in Marsabit, einer der am stärksten betroffenen Regionen im Norden des Landes.

In Marsabit leben Nomaden, deren Lebensweise von der Viehwirtschaft geprägt ist. Sie ziehen mit ihren Tieren von Weidefläche zu Weidefläche, von einer Wasserstelle zur nächsten. Mit dem Sterben ihrer Tiere während der Dürrekrise, büßten sie ihre Lebensgrundlage ein. Tierkadaver säumten die Region, verzweifelte Nomaden waren auf der Suche nach den letzten wasserführenden Bohrbrunnen. Am Höhepunkt der Krise waren in Marsabit 20-30 Prozent der Kamele und 70-80 Prozent der Schafe und Ziegen verendet. Wenn die Tiere sterben, dann stehen die Menschen vor dem Nichts. Denn die Tiere geben nicht nur Milch und Fleisch, sondern sind oft auch die einzige Einkommensquelle der Familien. Mütter und Väter wussten nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen.

In dieser Situation half die Caritas mit Nahrungsmittellieferungen und Wasserversorgung. Insgesamt konnten etwa 13.000 Haushalte in Marsabit mit dem Nötigsten in 2017 versorgt werden. Es wurden insgesamt 252 Tonnen Nahrungsmittel und 2.560.000 Liter Trinkwasser an die notleidende Bevölkerung verteilt. Für unterernährte Kinder wurde UNIMIX, eine besonders nahrhafte Getreidemischung, verteilt, damit diese wieder zu Kräften kommen.

Im April 2018 hat es nun endlich wieder geregnet. Die Weideflächen sind ergrünt. Die Lage hat sich damit entspannt, aber die Nomaden sind weiterhin auf Unterstützung angewiesen, um ihre ökonomische Lebensgrundlagen wiederherzustellen. Im Zentrum der Rehabilitationsbemühungen der Caritas Kärnten stehen Investitionen in die lokale Schulinfrastruktur und die Verteilungen von Nutztieren an die von der Dürre am stärksten betroffenen Familien.

Wie funktioniert eine Essensverteilung für 5.000 Menschen?

Eine Nahrungsmittelverteilung für mehrere tausend Menschen während einer Hungersnot ist eine Herausforderung auf viele Ebenen. Woher bekommt man die Lebensmittel? Wer bekommt die ersten Pakete? Und wie können humanitäre HelferInnen effektive und effiziente Hilfe leisten?

Ein Bericht aus Kenia von unserem Auslandshelfer Raphael Thurn gibt Antworten auf diese Fragen

  • UNIMIX Verteilung in North Horr, Marsabit (2017) © Raphael Thurn

  • Nahrungsmittelverteilung in Qorqa, Marsabit (2017) © Raphael Thurn

Projektbeschreibung