Wir stehen vor einer paradoxen Situation: Während die Not in der Gesellschaft wächst, schrumpfen die Mittel. Die steigenden Kosten für Miete, Energie und Mitarbeiter*innen sowie rückläufige Spenden und stagnierende öffentliche Mittel bringen uns zunehmend an unsere Grenzen. Direktor Ernst Sandriesser warnt eindringlich: „Wir sind Tag für Tag für Menschen in Not da. – Für Männer und Frauen, die alles verloren und keine Wohnung mehr haben. Keine Sicherheit. Keine Perspektive. Wir helfen, solange wir können, aber es wird finanziell leider immer enger.“ Obwohl die Not steigt, muss das Angebot gekürzt werden. So gibt es auf dem Privatmarkt keinen leistbaren Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen mehr. So müssen obdachlose Männer und Frauen zusehends viel länger als die geplanten 90 Tage in unserer Notschlafstelle verweilen. Aufgrund der Teuerung kommen auch immer mehr Menschen in die Wohnungslosentagesstätte Eggerheim, um hier die – oft einzige – warme Mahlzeit des Tages einzunehmen.
Die Caritas setzt für obdachlose Menschen, die bei eisigen Temperaturen im Freien schlafen, eine Rettungskette in Gang.
Kältetelefon 0463/39 60 60: Ein Anruf kann Leben retten
Wichtige Notrufnummer
Trotz dieser Herausforderungen bleiben wir unserer Mission treu und starten am 1. November 2025 erneut unsere Winternothilfe für obdachlose Menschen. Bürger*innen können beim bewährten Kältetelefon unter der Nummer 0463/39 60 60 täglich von 18 bis 6 Uhr Hinweise auf Menschen geben, die bei eisigen Temperaturen im Freien schlafen. Denn: „Eine kalte Winternacht kann tödlich enden, ein einziger Anruf Leben retten“, betont Katrin Starc, Fachbereichsleiterin unserer Wohnungslosenhilfe. Sie bittet, bei medizinischen Notfällen ausnahmslos die Nummer der Rettung – 144 – zu wählen. Am Kältetelefon beraten Mitarbeitende der Notschlafstelle und sieben freiwillige, speziell geschulte Mitarbeiter*innen die Anrufenden über die weiteren Schritte. Wenn gewünscht, wird ein warmer Schlafplatz in unserer Notschlafstelle angeboten oder ein anderes Notquartier vermittelt. Wir bedanken uns schon jetzt bei allen Anrufer*innen und dem Kooperationspartner Rotes Kreuz Kärnten.
Herr P. oder Hilfe, die ankommt
Wie lebensverändernd unsere Wohnungslosenhilfe sein kann, zeigt das Beispiel von Herrn P.: Nach dem Ende einer langjährigen Beziehung verlor er seine Wohnung und bald auch seinen Job. Er hatte keine Meldeadresse mehr und auch kein Einkommen. Wochenlang schlief er im Wald. „Ich bin in ein großes Loch gefallen“, sagt er. Erst als er vom Eggerheim, unsere Wohnungslosentagesstätte in Klagenfurt, hörte, schöpfte er neuen Mut. Heute arbeitet Herr P. gemeinsam mit dem Sozialarbeits-Team an seiner finanziellen und wohnlichen Stabilisierung, hat wieder eine Meldeadresse, lässt sich im Eggerheim seine Mittel verwalten und kommt zum Wäschewaschen, Duschen und mit Weggefährt*innen Plaudern hierher. In der angeschlossenen Notschlafstelle findet er ein warmes Bett und eine warme Mahlzeit. Herr P. sagt dankbar: „Wenn man nichts hat, lernt man es sehr zu schätzen, dass einem ein warmes Essen und eine Jause zur Verfügung gestellt werden.“
Danke für und Bitte um Spenden
Damit wir auch in Zukunft Menschen wie Herrn P. helfen können, brauchen wir dringend Unterstützung. Caritasdirektor Sandriesser dankt den Kärntnerinnen und Kärntnern für die bisherige Hilfe und bittet sie, weiterhin aktiv zu bleiben. Denn: „Dass wir bei steigender Not die Winteröffnungszeiten im Eggerheim kürzen müssen, ist eine Katastrophe. Wir glauben jedoch an die Kraft der Gemeinschaft. Gerade in schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass wir zusammenhalten. Schenken Sie obdachlosen Menschen Wärme und Hoffnung!“
So können Sie helfen
- Mit 45 Euro schenken Sie armutsbetroffenen Menschen warme Mahlzeiten für eine Woche.
- Mit 50 Euro ermöglichen Sie einem obdachlosen Menschen einen Schlafsack für kalte Nächte.
