Die Kinder der Tiigo-School in Kenia waschen sich kollektiv an den Waschbecken, die Hände.

© PACIDA

Investitionen in Bildung: Die Tiigo Schule - Kenia/Marsabit

Die Bevölkerung in Marsabit ist durch ihren nomadischen Lebensstil geprägt. Die Familien, einschließlich der Kinder, sind mit ihren Tierherden, Kamele, Schafe und Ziegen, ständig unterwegs. Das macht es für die lokale Bevölkerung schwierig ihre Kinder in die Schule zu schicken. Die Region ist durch einen Mangel an ausreichenden Bildungsstätten geprägt. Nur geschätzte 40% aller Kinder schließen die Grundschule ab. Die Caritas Österreich hat in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und ihrem langjährigen Partner Pastoralist Community Initiative and Development Assistance (PACIDA) die Errichtung einer öffentlichen Internatsschule in Burgabo mitfinanziert. Die Tiigo Schule hat im Jahr 2016 ihre Türen geöffnet und zählt im Mai 2023 etwa 425 Schüler*innen. Die Tiigo School wurde 2022 als zweitbeste öffentliche Schule in Marsabit und als beste Schule in North County ausgezeichnet.

Mit Geldern der Caritas Österreich wurde den Kindern mit dem Bau des Schulkomplexes ein ansprechendes Lernumfeld geschaffen. PACIDA hat sich kontinuierlich darum bemüht, die Chancengleichheit und den Zugang zu hochwertiger Bildung zu verbessern. Um die verschiedenen Herausforderungen, die den Zugang zu Bildung für Nomadenkinder in Marsabit County beeinträchtigen, teilweise anzugehen, hat PACIDA in Absprache mit der lokalen Gemeinschaft eine einzigartige Modell-Grundschule eingerichtet, die sich speziell an Nomadenkinder im Alter von 6-13 Jahren richtet, die keine Möglichkeit haben, eine bessere Bildung für ihre bessere Zukunft zu erhalten.

Die Tiigo-Schule ist ein Internat, das nicht nur den Zugang zu qualitativ hochwertiger und relevanter Bildung ermöglicht, sondern auch ein Zentrum des Friedens darstellt, in das alle Gemeinschaften des Bezirks ihre Kinder aufnehmen können. Durch ihren geräumigen Internatstrakt löst sie das Problem der Mobilität, das die Nomadenkinder vom Lernen abhält und die Kinder bekommen dank der Schlafsäle einen sicheren Schlafplatz. Außerdem wurden auch Wohneinheiten für die Lehrer und Lehrerinnen errichtet, die ihren Unterricht dadurch ungestört vorbereiten können. Die Bereitstellung von Lernmaterialien und die Ausstattung der Klassenräume waren weitere Bestandteile der Unterstützung. Der Ausbau dieser Schule ermöglichte mehr Kindern den Zugang zu Bildung und gibt ihnen so die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Wir engagieren uns weiterhin für die weitere Verbesserung der schulischen Infrastruktur in Burgabo.

Nach der Dürre 2017 war es wichtig nicht nur in Bildung zu investieren, sondern gleichzeitig einen Zugang zu Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung in Zeiten der Krise zu ermöglichen. Deshalb wurde ein "Cash for Work" basiertes Projekt mit der lokalen Bevölkerung und den Eltern der Tiigo Schule ins Leben gerufen. Die Eltern packten selbst an, um die Infrastruktur ihrer Schule zu verbessern. Es wurde u.a. eine Zugangsstraße und Gehwege ausgebessert und ein Fußballfeld sowie ein Spielplatz neu angelegt.

In Kooperation mit dem Wiener Afrikaverein Natuleya erarbeitete ein österreichischer Architekturstudent mit unserem langjährigen Partner PACIDA im Frühling 2022 im Rahmen seiner Masterarbeit einen langfristigen Entwicklungsplan für die Schule. Da sie die einzige Schule in der Region ist, ist die Nachfrage nach Aufnahme an dieser Schule sehr hoch. Die Schule verfügt über eine sehr begrenzte Infrastruktur. Hunderte von Schüler*innen aus unterprivilegierten Verhältnissen, die aufgenommen werden wollen, werden jedes Jahr abgewiesen. Es werden mehr Einrichtungen benötigt, um mehr Schüler*innen aufnehmen zu können. Die derzeitigen Schlafsaal-Kapazitäten sind überlastet; die Schüler*innen müssen sich die Betten teilen und andere sind gezwungen, auf dem Boden zu schlafen.

Zurzeit erlebt der Norden von Kenia eine beispiellose Ausnahmesituation: Die Folgen der anhaltenden Dürre, die Schafe, Ziegen und Kamele verenden ließen, die das fehlende Wasser, nun auch die aktuellen Überschwemmungen, Cholera, Malaria – die Liste der Leiden ist lange. Kenia leidet seit dem Frühling 2022 unter einer ernsthaften Verknappung von Erdölprodukten, was zu einem steilen Anstieg der Kraftstoffpreise geführt hat. Die Lebensmittelpreise sind drastisch in die Höhe geschnellt, was die Ernährungsunsicherheit der Haushalte verschärft hat. Viele Familien sind in die Armutsfalle geraten, so dass sie ihre Grundbedürfnisse nicht mehr decken können. Hunderte von Kindern haben die Schule wegen der negativen Auswirkungen der anhaltenden Dürre, der Covid-19-Pandemie und der Konflikte in der Ukraine abgebrochen.

Daher unterstützt unsere Partnerorganisation PACIDA mit diesem Projekt 425 Kindern einen Zuschuss zur Schulspeisung, um mehr Nomadenkindern den Zugang zur Schule durch diese einzigartige Modell-Nomadenschule zu ermöglichen. Außerdem unterstützt das  Projekt die Zahlung des Schulgeldes und den Kauf von Schulmaterial (Uniformen, Lernmaterial, außerschulischer Bedarf und Stipendien

Helfen Sie uns helfen!

Das Projekt kurz zusammengefasst