Ein junger Mann aus dem Kosovo in heimatlichen Stall beim Füttern der Kühe.

Regionalprogramm gegen Jugendarbeitslosigkeit am Westbalkan

Die Jugendarbeitslosenzahlen am Westbalkan steigen stetig an und liegen im Durchschnitt zwischen 30 und 60 Prozent, in einigen ländlichen Regionen herrscht eine 100-prozentige Jugendarbeitslosigkeit. Maßgeblich verantwortlich dafür sind Bildungssysteme, die nicht auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes vorbereiten; mangelnde Möglichkeiten, berufliche Erfahrungen bereits vor der Arbeitssuche zu sammeln; außerdem Vorurteile, die Mädchen oder Jugendliche aus einer Minderheit daran hindern, den Beruf ihrer Wahl zu ergreifen – bis zu den Hoffnungen, die durch Arbeitsmöglichkeiten im Ausland hervorgerufen werden. Ein länderübergreifendes Regionalprogramm diverser Caritas-Organisationen unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene am Westbalkan dabei, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlangen, die den Arbeitseinstieg erleichtern.

Unser Ziel ist es, Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Übergang von der Schule in das Erwerbsleben zu ermöglichen, damit sie ihre Zukunft selbst gestalten können und Raum zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten finden. Der Fokus der gezielten Maßnahmen liegt auf der Förderung einer „Social Economy“, einer sozialen und nachhaltigen Wirtschaft. Um unsere Ziele zu erreichen, wurde gemeinsam mit lokalen Partner*innen und Expert*iInnen ein regionaler Ansatz entwickelt, der das Problem der Jugendarbeitslosigkeit von verschiedenen Seiten angeht. Schulungen, Berufsberatung oder Einzelberatung bzw. die Vermittlung von Praktika stehen im Fokus der Caritas Kosova. Der Erfolg von Praktika als Einstieg in den Arbeitsmarkt wurde einmal mehr bewiesen: Seit Projektbeginn wurden von der Caritas Kosova 168 Praktikumsverträge organisiert. 116 (70 %) dieser ehemaligen Praktikant*innen haben nach Beendigung ihres Praktikums einen Arbeitsvertrag unterzeichnet.  Es gab zahlreiche Treffen mit Unternehmen, um sie für Praktika oder andere Formen der Zusammenarbeit zu interessieren, z. B. für Schulungen am Arbeitsplatz. Ein Beispiel war die Zusammenarbeit mit der Koshi-Gruppe, einem großen Unternehmen mit Sitz in Prizren, die ein exklusives Training beinhaltete, das jungen Menschen die Möglichkeit gab, unmittelbar nach der Ausbildung einen Arbeitsvertrag mit Koshi zu erhalten.

Wir kooperieren im Rahmen des Regionalprogrammes mit der Caritas Kosovo und deren lokalen Partner-Organisationen. Die beiden Hauptprobleme, mit denen das Team im Kosovo derzeit konfrontiert ist, sind die COVID-bedingten Einschränkungen und die hohe Auswanderungsrate bzw. der große Wunsch der jungen Menschen, aus dem Kosovo auszuwandern.

Durch Bildung bessere Jobchancen

Besuch des Projektes

Projektreferentin Theresa Sacher im Gespräch mit Jugendlichen, die vom Programm profitieren.

Besuch des Projekts

Projektreferentin Theresa Sacher mit Tini, der vom Projekt profitiert, auf dem elterlichen Bauernhof.

Besuch des Projekts

Tini bei der Arbeit am heimischen Bauernhof.

Besuch des Projekts

Tini mit seinen Eltern

Jugendarbeitslosigkeit

Jugendliche im Kosovo verbessern durch Bildung ihre Berufs-Chancen

Albin sitzt vor seinem Computer und schneidet gerade konzentriert an einem Video.

Albin, Gewinner des Stipendiums "Go Factic"

Erfolgsgeschichte von Albin 

„Ich habe während meines Studiums viele Filme gesehen und festgestellt, dass ich gerne Filme und Videos erstelle. So habe ich angefangen, über die Geschäftsidee für eine eigene Videoagentur nachzudenken. Es war schwierig und herausfordernd für mich als junge Person, ein Unternehmen zu eröffnen. Allein die Idee, ein Unternehmen zu eröffnen, ist eine sehr große Last und Verantwortung. Es gibt viele Herausforderungen, wenn man als junger Mensch im Kosovo ein Unternehmen gründet, aber es gibt auch Chancen und Unterstützung, wie das YourJob-Projekt, mit dessen finanzieller Unterstützung wir es geschafft haben. Zurzeit arbeite ich mit einem Freund zusammen, der auch mein Geschäftspartner ist, und auch meine Schwester ist angestellt. Gemeinsam haben wir es geschafft, die Marke "Go Factic" zu gründen. In dieser erstellen wir Videos in jedem Format und mit jeder Technik mit der Idee, Unternehmen bei der Vermarktung über soziale Netzwerke zu helfen. Der Kosovo ist ein Land voller talentierter junger Menschen. Daher ermutige ich jeden, seine Möglichkeiten zu nutzen. Bisher war die einzige Unterstützung in meinem Geschäft das Projekt „YourJob“, durch das ich es geschafft habe, nicht nur selbst Arbeit zu haben, sondern auch einen Arbeitsplatz zu schaffen.“

Alfred Pjetri – Exekutivdirektor Caritas Kosova –„Die Aufgabe der Caritas ist es, Menschen zu unterstützen, darunter junge Menschen und arbeitslose Frauen, die es am meisten brauchen. Daher versuchen wir, vor allem die jungen Menschen zu unterstützen, die meiner Meinung nach auch das wertvollste Kapital des Kosovo sind. Wir sind der Meinung, dass diese jungen Menschen in der Lage sein sollten, alle Kapazitäten und Fähigkeiten, die es sie im Land haben, zu nutzen. Nach vielen Jahren der Arbeit von Caritas Kosova, in denen wir Menschen in Not geholfen haben, ist es uns nun gelungen, junge Menschen in die Lage zu versetzen, eine Beschäftigung zu finden, bei der ein*e junge*r Arbeitnehmer*in nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht etwas bewirken kann, sondern auch viele andere soziale Probleme löst. Mit dem Projekt YourJob richten wir uns an junge Menschen, die zu den NEETs („Not in Education, Employment or Training“ - Nicht in Ausbildung, Arbeit oder Schulung) gehören, aber auch an andere junge Menschen, die aus sozialen oder wirtschaftlichen Gründen das Problem der Arbeitslosigkeit nicht lösen konnten. Dies macht die Umsetzung des Projekts etwas komplexer, da wir junge Menschen in ländlichen Gebieten unterstützen wollen, in denen es weniger Zugang zu Arbeitsmöglichkeiten, Informationen und manchmal sogar zu Infrastruktur gibt“.

Man sieht: Unsere Hilfe und Ihre Spende kommt an!

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Unterstützt von

Das Projekt ist Teil einer länderübergreifenden Kooperation, welche von der Österreichischen Entwicklungshilfe mitfinanziert wird.

Das Projekt kurz zusammengefasst