Welttag der Armen

Unter dem Motto „Liebt nicht mit Worten, sondern in Taten“ hat Papst Franziskus den Welttag der Armen ausgerufen. Dieser Welttag wird jedes Jahr am 33. Sonntag im Jahreskreis begangen.

Was ist der Welttag der Armen?

Zur näheren Erläuterung hat der Papst am 13. Juni 2017 eine Botschaft zum Welttag der Armen mit dem Titel „Liebt nicht mit Worten, sondern in Taten“ herausgegeben. Er schreibt darin: „Die Liebe erlaubt kein Alibi: Wer lieben will, wie Jesus geliebt hat, muss ganz und gar seinem Beispiel folgen. Das gilt besonders, wenn es um die Armen geht.“

Unter anderem erinnert der Papst an die solidarische Haltung der Urchristen in der Apostelgeschichte 2,45, die uns als Vorbild dienen soll: „Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, jedem so viel, wie er nötig hatte.“

Er schreibt weiter: „Denken wir an die Armen nicht nur als Empfänger eines wohltätigen, einmal in der Woche zu verrichtenden Freiwilligendienstes oder von improvisierten Gesten des guten Willens, um unser Gewissen zu beruhigen. Diese Taten sind zwar wertvoll und helfen uns durchaus, auf die Bedürfnisse unserer Brüder und Schwestern sowie auch auf die Ungerechtigkeit, die oftmals zu ihrer Situation führt, zu achten. Letztendlich sollten sie uns jedoch zu einer wirklichen Begegnung mit den Armen führen und der Haltung des Teilens Raum geben, die zum Lebensstil werden soll. Das Gebet, der Weg der Jüngerschaft und die Bekehrung finden in der Nächstenliebe, die bereit ist zu teilen, eine Bestätigung ihrer evangelischen Glaubwürdigkeit.“

Um welche Armen geht es?

Papst Franziskus meint dazu in seiner Botschaft zum ersten Welttag der Armen: „Uns ist die große Schwierigkeit bekannt, in der heutigen Welt die Armut auf klare Weise zu identifizieren. Und doch fordert sie uns tagtäglich heraus, indem sie uns mit tausenden Gesichtern anschaut, die gezeichnet sind von Schmerz, Ausgrenzung, Missbrauch, Gewalt, Folter, Gefängnis, von Krieg, vom Entzug von Freiheit und Würde, von fehlenden Bildungschancen und Analphabetismus, Gesundheitsnotlagen und Arbeitslosigkeit, Menschenhandel, Sklaverei, Exil, Elend und erzwungener Migration.

Die Armut hat das Gesicht von Frauen, Männern und Kindern, die aus niederträchtigen Interessen ausgebeutet werden, niedergetrampelt von der perversen Logik der Macht und des Geldes. Diese grausame und nie vollständige Liste ist man gezwungen, angesichts einer Armut zusammenzustellen, die die Frucht sozialer Ungerechtigkeit sowie moralischen Elends, der Habgier weniger und der allgemein verbreiteten Gleichgültigkeit ist.“

Feiern Sie den Welttag der Armen mit!

Der Auftrag ist von Papst Franziskus klar formuliert worden: „Vor dem Hintergrund des ,Jubiläums für die von der Gesellschaft Ausgeschlossenen‘ (…) kam mir der Gedanke, dass als weiteres konkretes Zeichen dieses außerordentlichen Heiligen Jahres am 33. Sonntag im Jahreskreis in der ganzen Kirche der Welttag der Armen begangen werden soll. Das wird die würdigste Vorbereitung für die Feier des Christkönigssonntags sein, denn Jesus Christus hat sich mit den Geringen und den Armen identifiziert und wird uns alle nach den Werken der Barmherzigkeit richten (vgl. Mt 25,31-46).

Es wird ein Tag sein, der den Gemeinden und jedem Getauften hilft, darüber nachzudenken, wie die Armut ein Herzensanliegen des Evangeliums ist und dass es keine Gerechtigkeit noch sozialen Frieden geben kann, solange Lazarus vor der Tür unseres Hauses liegt (vgl. Lk 16,19-21).

Dieser Tag wird auch eine echte Form der Neuevangelisierung darstellen (vgl. Mt 11,5), durch die das Antlitz der Kirche in ihrer ständigen pastoralen Umkehr erneuert wird, um Zeugin der Barmherzigkeit zu sein.“ (Misericordia et Misera, 20)

Gottesdienst zu Ehren der Armen feiern

Gestalten Sie den Gottesdienst am „Welttag der Armen“ und motivieren Sie zur Sammlung für die Caritas-Inlandshilfe, die dringend gebraucht wird. Einen Vorschlag dazu finden Sie hier.